Refinanzierung über Anleihen
Firmen zapfen den Bondmarkt an

Die guten Konditionen am Bondmarkt reizen Unternehmen verstärkt, sich über Unternehmensanleihen Kapital zu verschaffen. Nach dem Einbruch zu Anfang des Jahres und den damit verbundenen Risikoaufschlägen sind die Rahmenbedingungen nun wieder so günstig, dass es kein Halten zu geben scheint. Vorläufiger Höhepunkt ist eine rekordverdächtige Emission von Enel.

FRANKFURT. Am Markt für neue Unternehmensanleihen geben sich die Firmen die Klinke in die Hand. Allein im Mai gab es neue auf Euro lautende Unternehmensbonds über mehr als 20 Mrd. Euro. Den Appetit der Anleger auf neue Anleihen wird heute der italienische Versorger Enel mit einer Megaemission testen.

Erfolgreich haben bereits bekannte Firmen wie Volvo, Vodafone, Shell oder Metro den Markt mit Bonds im Volumen von 500 Mill. bis 2,5 Mrd. Euro angezapft. Sie bekamen dafür viele Kaufaufträge. Einige Deals waren nach Angaben von Bankern bis zu zehnfach überzeichnet. Insgesamt kamen bis Ende Mai frische Anleihen über fast 73 Mrd. Euro auf den Markt und damit in diesem Zeitraum so viele wie seit drei Jahren nicht mehr (s. „Primärmarkt zieht wieder an“).

„In den vergangenen drei Wochen waren die Bedingungen für neue Unternehmensanleihen so gut wie lange nicht mehr“, sagt Jörg Sautter, der bei der Citigroup für das Geschäft mit neuen deutschen Unternehmensanleihen zuständig ist. Zuletzt sind zwar die langfristigen Kapitalmarktzinsen weiter gestiegen, doch gilt das Umfeld als intakt. „Der Anlagebedarf der Investoren ist groß, und noch sind auch die Risikoaufschläge, die Unternehmen für ihre Anleihen bieten müssen, gering“, sagt Christoph Seibel, Leiter des deutschen Kapitalmarktgeschäfts bei BNP Paribas. Dabei sei es nur eine Frage der Zeit bis die Risikoprämien wieder anzögen. „Viele Firmen wollen sich deshalb die noch günstigen Konditionen sichern, zudem gibt es einen gewissen Nachholbedarf“, sagt Seibel.

Ende Februar hatten Investoren wegen des zeitweisen Einbruchs an den Aktienmärkten höhere Risikoaufschläge für neue Zinspapiere von Unternehmen gefordert. Konzerne wie Procter & Gamble und Fiat verschoben daraufhin Emissionen. Beide Firmen haben die Transaktionen inzwischen nachgeholt und sich günstig refinanziert.

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