Refinanzierungsprobleme: German Pellets stoppt Genussrechte-Verkauf

Refinanzierungsprobleme
German Pellets stoppt Genussrechte-Verkauf

Satte 226 Millionen Euro hat der Brennstoffhersteller German Pellets allein mit Anleihen eingesammelt. Zusätzliches Anlegergeld wollte er eigentlich mit Genussrechten einwerben, doch das ist erst einmal gestoppt.

FrankfurtDer Brennstoffhersteller German Pellets hat das Angebot für seine Genussrechte beendet. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die das Unternehmen am Freitag veröffentlicht hat und die auch von der Finanzaufsicht Bafin verbreitet wurde. Das Unternehmen aus Wismar hatte zuletzt im vergangenen September einen entsprechenden Vermögensanlage-Verkaufsprospekt zu Genussrechten veröffentlicht.

Hintergrund für das Angebotsende sei die ungesicherte Refinanzierung einer Anleihe, die am 1. April dieses Jahres fällig ist (WKN: A1H3J6), so German Pellets. Seit Mitte Januar war zunächst der Kurs der Anleihe von 95 auf zuletzt knapp zehn Prozent eingebrochen. Zwei weitere Anleihen, die bis 2018 und 2019 laufen, sackten ebenfalls auf rund acht beziehungsweise zehn Prozent ab. Der Grund könnten bereits Spekulationen über Refinanzierungsprobleme gewesen sein. Insgesamt haben die drei Anleihen ein Volumen von rund 226 Millionen Euro.

In der vergangenen Woche lud der Hersteller von Holz-Pellets die Anleger der in Kürze fälligen Anleihe dann zu einer Gläubigerversammlung ein. Am 10. Februar sollen sie einer Verlängerung der Laufzeit um zwei Jahre und einem Zinssatz von jährlich 5,25 statt bisher 7,25 Prozent zustimmen. Zugleich soll die Anleihe durch 50 Prozent der Gesellschafteranteile an German Pellets erstrangig besichert werden – was das Unternehmen als „Aufwertung“ bewirbt.

Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger sieht die Vorschläge kritisch. „Unserer Meinung nach agiert die Gesellschaft nicht transparent und ist nicht unverschuldet in diese wirtschaftliche Krise geraten“, sagt er. Einer Laufzeitverlängerung will er nur für sechs Monate zustimmen, und er fordert zudem eine neue Geschäftsführung und ein Sanierungsgutachten.

Falls die Anleihegläubiger einer Verlängerung der Anleihe nicht zustimmen, könne auch die Rückzahlung an die Genussrechte-Inhaber in Gefahr sein, so German Pellets. Anlegerschützer werden da konkreter, sie befürchten, dass das Unternehmen Insolvenz anmelden muss, falls es sich nicht mit den Anleiheinhabern einigen kann.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
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