Regierungskrise
Rendite portugiesischer Bonds auf dem Rückzug

Die Hoffnung auf eine Überwindung der Regierungskrise entspannt die Märkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe des Landes fällt am Donnerstag auf 7,216 Prozent. Auch der Leitindex in Lissabon geht auf Erholungskurs.
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FrankfurtDie Hoffnung auf eine baldige Überwindung der Regierungskrise in Portugal hat am Rentenmarkt für etwas Entspannung gesorgt. Die Rendite der zehnjährigen Anleihen des Landes fiel am Donnerstag auf 7,216 Prozent, nachdem sie am Vortag mit 8,2 Prozent zeitweise auf dem höchsten Stand seit Dezember 2012 gelegen hatte. Auch der Leitindex in Lissabon ging auf Erholungskurs und legte um drei Prozent zu. "Offenbar hat es zuletzt Versuche gegeben, einige Risse in der Koalition wieder zu kitten", sagte ein Händler. Staatspräsident Anibal Cavaco Silva hatte am Mittwoch erklärt, er wolle mit der Opposition sowie Ministerpräsident Pedro Passos Coelho und den anderen Parteien über eine Lösung der Krise sprechen. Zuvor hatten der Finanz- und Außenminister Portugals innerhalb von 24 Stunden das Handtuch geworfen. Sollte die Regierung Coelhos scheitern und Neuwahlen nötig werden, wirft das Fragen auf, ob das Land am Sparkurs festhalten und Mitte 2014 den Rettungsschirm von EU und IWF verlassen kann.

Italienische und spanische Staatspapiere notierten am Donnerstag nahezu unverändert - die Renditen lagen bei 4,5 und 4,7 Prozent. Mit Spannung warteten Anleger auf eine Auktion drei- und fünfjähriger spanischer Titel am Vormittag. Das Land will zwischen drei und vier Milliarden Euro am Kapitalmarkt einsammeln. Analysten gehen davon aus, dass die Auktion trotz der jüngsten Turbulenzen am Markt problemlos verlaufen sollte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Regierungskrise: Rendite portugiesischer Bonds auf dem Rückzug"

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  • Tja, diese vom HB kreirte "Rueckkehr der Eurokrise" war wohl nur ein Blitz-Besuch (bzw. Fantasie oder Wunschdenken?) - nicht einmal unsere Feinde, die sog. "Maerkte" (US/UK-Spekulanten) wollten da einsteigen, der Dow schloss im Plus, der EUR verlor gerade mal ein paar Promille... Draghi musste nicht einmal in den Keller gehen, um die Bazzoka herauszukramen... Portugal weiss, das Sparen alternativlos ist, da niemand (ausser die "rote Sarah" Wagenknecht?) bereit ist, deren Haushaltsdefizit auf Dauer zu finanzieren. Daher sind auch Neuwahlen in Portugal kein Horror-Szenario, schliesslich hat selbst GR im 2. Wahlgang letztendlich den EUR und die Parteien, die die Sparmassnahmen befuerworten, gewaehlt. No money, no honey...

  • Liebes HB

    Nicht heute sondern bereits gestern ging es wieder kräftig nach unten. Hatte also nichts mit politischer Beruhigung zu tun. Wer hier interveniert hat, sollte wohl jedem klar sein (dem HB aber offensichtlich nicht)

  • Es ist ungemein auffälig, dass passend vor "besonderen Anlässen" wie bspw. die EZB-Zinsentscheidung oder anderer politischen Maßnahmen, die Zinsen der sogenannten Problemstaaten in der EURO-Zone steigen.

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