Rekordrenditen

Märkte schreiben Spanien ab

Nachdem die Ratingagentur Moody's die Bonität Spaniens deutlich herunter gestuft hat, schnellen die Renditen für zehnjährige Anleihen nach oben. Für die Südeuropäer wird es immer schwerer, ihre Schulden zu bezahlen.
Update: 14.06.2012 - 12:29 Uhr 35 Kommentare
Spanische Euromünze. Das Land muss immer höhere Zinsen für seine Schulden bezahlen. Quelle: dpa

Spanische Euromünze. Das Land muss immer höhere Zinsen für seine Schulden bezahlen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens drückt auf die Stimmung der Investoren. Die Renditen für zehnjährige Anleihen des südeuropäischen Landes kletterten am Donnerstagmorgen auf 6,94 Prozent und erreichten damit den höchsten Stand seit Einführung des Euro.

Die Ratingagentur Moody's hatte die Kreditwürdigkeit der Euro-Staaten Spanien und Zypern gesenkt. Die Bonitätsnote Spaniens wurde nach der Ankündigung der Madrider Regierung, internationale Hilfe für die angeschlagenen Banken des Landes in Anspruch zu nehmen, von „A3“ auf „Baa3“ herabgestuft. Sie liegt damit nur noch eine Note über dem sogenannten Ramschniveau.

Dort ist Zypern bereits angekommen. Die Bonität des Inselstaates wurde nun noch einmal um zwei Stufen von „Ba1“ auf „Ba3“ gesenkt. Zyprische Staatsanleihen gelten damit als spekulative Anlage; bei einer weiteren Verschlechterung der Lage ist demnach mit Ausfällen zu rechnen. Für beide Länder drohte Moody's am Mittwochabend eine weitere Herabstufung der Bonität an.
Das von den Euro-Finanzministern am vergangenen Samstag in Aussicht gestellte Hilfspaket in Höhe von 100 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung der spanischen Banken werde die Schuldenlast des Landes weiter steigen lassen, teilte Moody's mit. Dabei sei die Verschuldung bereits im Verlauf der Finanzkrise deutlich gestiegen.

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35 Kommentare zu "Rekordrenditen: Märkte schreiben Spanien ab"

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  • @ex_Kamikaze

    Und wer kann das machen; doch wohl nur eine DIREKT DEMOKRATIE mit VOLKSABSTIMMUNG. Die kriegen wir aber nicht freiwillig von merkel und konsorten. Erst wenn wir, wie bei den Montagsmärschen bei der Angie aufkreuzen und sagen was Sache ist, werden wir unsere Interessen als Souverän durchsetzen. Mit einer repräsentativen Demokratie ist das leider nicht mehr möglich, weil Lug und Betrug in Berlin schon seit Jahren Einzug gehalten haben und uns nur noch zwischen Pest und Cholera wählen lässt. Des Weiteren werden die wirklich wichtigen Entscheidungen immer schneller auf die europäische, nicht demokratisch legitimierte Ebene verlagert. Damit wird das Ganze zu einer nationalen SCHEIN-Demokratie.

  • @ netshadow

    Der Umstand, dass merkel und Konsorten es in fast 5 Jahren nicht einmal geschafft haben weder eine Deutsche- oder gar eine Europäische Rating-Agentur aufzubauen, beweist doch eindeutig, dass eine solche gar nicht erwünscht ist.
    Man möchte unseren "Anglo-amerikanischen Freunden" nicht zu nahe treten; stattdessen lässt man sich freundlichst und devot von deren Rating-Agenturen in die Suppe spucken und bedankt sich dafür.
    Sehr guter Beitrag auch zur Rating-Thematik.
    http://www.daf.fm/video/marktexperte-hellmeyer-die-eurozone-wird-ueberleben-50154794.html
    Hellmeyer, obwohl aus der Bankerbranche zeigt was abgeht und beschreibt die Zusammenhänge; wirklich erstaunlich für einen Banker in unserer heutigen Zeit.

  • @AS1

    Wenn wir uns das tatenlos ansehen, sind wir alle selber schuld und nichts als Schafe, die geschoren werden wollen.
    Ein entschlossener Gang nach Berlin und bei der Angie mal so richtig angeklopft genügt, dann ist die Kuh vom Eis.

  • @der_Mahner

    Wie stellen Sie sich darauf ein bzw. bereiten Sie sich vor. Würde mich interessieren was Sie einem wie mir empfehlen würden ? Vielen Dank für eine Antwort

  • @der_Mahner

    Wie man es als Immobilieninvestor richtig machen sollte
    Das Schlimmste liegt in dem Umstand, dass die Vollidioten die Menschen aus den Häusern und Wohnungen jagen, wenn diese nicht mehr zahlen können. Wären diese Banker nur mit ein bisschen Intelligenz und sozialer Verantwortung gesegnet, würden sie die Menschen weiter in ihren Immobilien wohnen lassen, dann wären diese nicht dem Verfall ausgesetzt. Jeder der ein bisschen Ahnung von Immobilien hat, weiß dass ein mehrjähriger Leerstand den Tod für fast jede Immobilie bedeutet. Man sollte die Menschen weiter darin wohnen lassen mit der Absprache, dass sie diese pflegen und in Stand halten sollen und dafür bei einer kleinen Miete weiterwohnen dürfen. Haben die Menschen wieder Arbeit und können bezahlen, sollten sie diese Immobilien, wie ursprünglich vereinbart weiter abbezahlen bis die Immobilie ihnen gehört.
    Konsequenzen:
    1. Als Investor vermeide ich, dass die Leute (also meine ehemaligen Kunden) auf der Straße stehen.
    2. Ich vermeide die Verwahrlosung meiner Immobilie und damit die Vernichtung meines Investments
    3. Ich habe schon jetzt die künftigen Käufer meiner Immobilie und brauche mich nicht um weitere zu kümmern.
    4. Ich erhalte genau den ursprünglich vereinbarten Kaufpreis nur etwas später und habe, wenn überhaupt wesentlich geringere Abschreibungen als wenn die Menschen auf der Straße stehen.
    5. Mein Ansehen bei den Menschen dürfte enorm steigen, mit der Folge, dass mir über dieses Ansehen neue Kunden entstehen werden.
    6. Ich zeige meinen Kindern, wie man es richtig macht und bin ihnen ein Vorbild, auf das sie stolz sein können
    7. Last but not least ich kann jeden Morgen mit einem guten und stolzen Blick in den Spiegel sehen und gehe abends mit einem wunderbaren Gefühl zu Bett.

  • @netshadow

    Was meinen Sie mit hier ? Wäre nett, wenn Sie das genauer benennen würden. Vielen Dank

  • "Warum gibt es immer noch ausschließlich US-amerikanischen Ratingagenturen, die von den dortigen Banken finanziert werden???"
    Dabei ist es einfach eine Ratingagentur ins Leben zu rufen. Jedes Wirtschaftsinstitut könnte Ratings rausgeben."
    Nein, auch europäische Banken und Firmen finanzieren diese Agenturen. Ohne eine AAA Bewertung kann man in den USA, und teilweise auch in Europa kein Geld mehr bekommen.
    Aber ich sehe es genauso, solche Agenturen, ihrer eigenen Landesherrschaft verpflichtet, aber über andere Kontinente Bonitätsaussagen abzugeben, kann nicht der Maßstab aller Dinge sein. Eine vertrauensbildende Maßnahme müßten da schon in verschiedenen Ländern, zumindest eine in Brüssel, ansäßige Agentur sein. Diese halte ich schon lange für fällig.
    Denn an den Wirtschaftsdaten gemessen, hätte die USA gerade selbst ein Ramschrating, und wäre so nicht mehr in der Lage sich ordentlich zu refinanziern. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

  • Es gab da mal einen Herrn Münchhausen, der dummerweise in einen Sumpf geriet. Der hat es dann aber vorgemacht und sich selbst an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen. So ähnlich läuft das wohl mit der Rettung spanischer Banken.

  • Es ist so einfach.
    Alle Banken in Spanien (oder gleich ganz Europa!)verstaatlichen, eigene Rating-Agentur für Europa; per Gesetz werden Moody's, S&P u. Fitch in Europa verboten, die Büros werden durch Militär besetzt und geschlossen, alle Unterlagen beschlagnahmt.
    Als Nächstes werden Geschäftsbanken und Investmentbanken getrennt, Investmentbanken dürfen keinerlei Aufgaben der Geschäftsbanken ausführen. Einige Geschäftsarten die keinen volkswirtschaftlichen Nutzen haben werden verboten, dazu gehören CDS, Leerverkäufe und Wetten auf Kurse und ähnliche toxische Geschäftsmodelle.
    Die Eigenkapitalquote der Banken muß künftig mindestens 10% betragen, die Einlagensicherung wird durch den Staat/EU jährlich geprüft und die Kriterien durch Studenten (kann nicht schlimmer sein als unsere bisherigen Experten) festgelegt und berechnet die niemals für Goldman Sachs oder die Deutsche Bank usw gearbeitet haben. Dazu wird eine Finanztransaktionssteuer eingeführt, Kapitaleinkünfte müssen höher versteuert werden als Einkünfte durch Arbeit.
    Folgend werden die Staatshaushalte bis 2020 direkt aus der EZB finanziert, danach werden die Kriterien der guten alten Bundesbank eingeführt. Darüberhinaus wird der US-Dollar in Europa NICHT mehr als Zahlungsmittel akzeptiert und für eine Reform-Übergangszeit den USA Wirtschaftshilfe angeboten.
    Ach ja, es gibt einen Schuldenschnitt; für alle. Er wird niemandem weh tun. Die Banken hatten ohnehin für Staatsanleihen und Immobilien Geld verliehen das sie nie besessen haben.
    Wenn wir den Euro behalten wollen werden, müssen wir die Maastricht-Krtiterien verändern: 0% Neuverschuldung außer für Kriegs- (nicht gemeint:Interventionen in der dritten Welt) oder Katastrophenfall, es muß ab 2020 sofort begonnen werden die Geldmenge wieder zu begrenzen und die bestehenden Schulden abzubauen.

  • Die hundert Milliarden "Kredit" (kommt vom latienischen credere = glauben; glaubt ernsthaft jemand, dass wir von den 100 Milliarden auch nur einen Euro zurückbekommen?), die man den spanischen Banken frisch in ihre Fässer ohne Boden gepumpt hat, sind - kaum bereitgestellt - schon wie ein Tropfen auf dem heißen Stein verdampft. Für den größten Teil dieser Summe dürfen wir Deutschen geradestehen. Und schon morgen werden sie nach den nächsten Milliarden schreien. Da frage ich mich, warum unsere Politiker immer wieder Geldverbrennungen in diesen gigantischen Dimensionen zustimmen und damit das Vermögen der Deutschen verpulvern. Ganz einfach: Weil es unsere europäischen "Freunde" nach dem Ende ihrer unsoliden jahrelangen Partys nicht akzeptieren würden,wenn wir Deutschen besser wegkämen als sie. Deshalb erzählt man uns Deutschen wieder mehr und mehr, das wir die Bösen sind und schon kuschen wir wieder brav. Das wir hart arbeiten, erstklassige Leistungen erbringen und üble Rosskuren hinter uns haben, interessiert niemanden. Wir Deutschen hoffen immer noch, dass uns die anderen wieder einmal mögen könnten. Sie mögen aber nur unser Geld. Sonst nichts! Kriegen sie kein Geld von uns, werden sie pampig.

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