Rekordrenditen
Märkte schreiben Spanien ab

Nachdem die Ratingagentur Moody's die Bonität Spaniens deutlich herunter gestuft hat, schnellen die Renditen für zehnjährige Anleihen nach oben. Für die Südeuropäer wird es immer schwerer, ihre Schulden zu bezahlen.
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FrankfurtDie Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens drückt auf die Stimmung der Investoren. Die Renditen für zehnjährige Anleihen des südeuropäischen Landes kletterten am Donnerstagmorgen auf 6,94 Prozent und erreichten damit den höchsten Stand seit Einführung des Euro.

Die Ratingagentur Moody's hatte die Kreditwürdigkeit der Euro-Staaten Spanien und Zypern gesenkt. Die Bonitätsnote Spaniens wurde nach der Ankündigung der Madrider Regierung, internationale Hilfe für die angeschlagenen Banken des Landes in Anspruch zu nehmen, von „A3“ auf „Baa3“ herabgestuft. Sie liegt damit nur noch eine Note über dem sogenannten Ramschniveau.

Dort ist Zypern bereits angekommen. Die Bonität des Inselstaates wurde nun noch einmal um zwei Stufen von „Ba1“ auf „Ba3“ gesenkt. Zyprische Staatsanleihen gelten damit als spekulative Anlage; bei einer weiteren Verschlechterung der Lage ist demnach mit Ausfällen zu rechnen. Für beide Länder drohte Moody's am Mittwochabend eine weitere Herabstufung der Bonität an.
Das von den Euro-Finanzministern am vergangenen Samstag in Aussicht gestellte Hilfspaket in Höhe von 100 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung der spanischen Banken werde die Schuldenlast des Landes weiter steigen lassen, teilte Moody's mit. Dabei sei die Verschuldung bereits im Verlauf der Finanzkrise deutlich gestiegen.

Kommentare zu " Rekordrenditen: Märkte schreiben Spanien ab"

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  • @ex_Kamikaze

    Und wer kann das machen; doch wohl nur eine DIREKT DEMOKRATIE mit VOLKSABSTIMMUNG. Die kriegen wir aber nicht freiwillig von merkel und konsorten. Erst wenn wir, wie bei den Montagsmärschen bei der Angie aufkreuzen und sagen was Sache ist, werden wir unsere Interessen als Souverän durchsetzen. Mit einer repräsentativen Demokratie ist das leider nicht mehr möglich, weil Lug und Betrug in Berlin schon seit Jahren Einzug gehalten haben und uns nur noch zwischen Pest und Cholera wählen lässt. Des Weiteren werden die wirklich wichtigen Entscheidungen immer schneller auf die europäische, nicht demokratisch legitimierte Ebene verlagert. Damit wird das Ganze zu einer nationalen SCHEIN-Demokratie.

  • @ netshadow

    Der Umstand, dass merkel und Konsorten es in fast 5 Jahren nicht einmal geschafft haben weder eine Deutsche- oder gar eine Europäische Rating-Agentur aufzubauen, beweist doch eindeutig, dass eine solche gar nicht erwünscht ist.
    Man möchte unseren "Anglo-amerikanischen Freunden" nicht zu nahe treten; stattdessen lässt man sich freundlichst und devot von deren Rating-Agenturen in die Suppe spucken und bedankt sich dafür.
    Sehr guter Beitrag auch zur Rating-Thematik.
    http://www.daf.fm/video/marktexperte-hellmeyer-die-eurozone-wird-ueberleben-50154794.html
    Hellmeyer, obwohl aus der Bankerbranche zeigt was abgeht und beschreibt die Zusammenhänge; wirklich erstaunlich für einen Banker in unserer heutigen Zeit.

  • @AS1

    Wenn wir uns das tatenlos ansehen, sind wir alle selber schuld und nichts als Schafe, die geschoren werden wollen.
    Ein entschlossener Gang nach Berlin und bei der Angie mal so richtig angeklopft genügt, dann ist die Kuh vom Eis.

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