Rendite auf Rekordtief
Bundesanleihen profitieren von Eurokrise

Sorgen um die Wirtschaft der Eurozone treiben Anleger in sichere Anlagehäfen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen setzt ihren Abwärtstrend fort, zweijährige Papiere rentieren auf einem Rekordtief.
  • 2

Die deutschen Bundesanleihen haben am Donnerstag von der Suche der Anleger nach ausfallsicheren Anlagen profitiert. Die Rendite der zehnjährigen Anleihen setzte ihren Abwärtstrend fort und zweijährige Papiere rentierten auf einem Rekordtief. Am Vortag wurde eine zehnjährige Bundesanleihe mit einer beispiellos niedrigen Rendite am Markt platziert.

Die Rendite der am Rentenmarkt maßgeblichen zehnjährigen Bundesanleihe sank am Morgen um zwei Basispunkte auf 1,25 Prozent. Zweijährige Bundesanleihen rentierten mit minus 0,021 Prozent so niedrig wie noch nie. Bereits seit fünf Tagen weist diese Anlageklasse eine negative Rendite auf. Der richtungsweisende Kontrakt Bund-Future war bei 144,79 Prozent um 15 Basispunkte höher.

Sorgen um die Wirtschaft der Eurozone stehen hinter der Suche nach sicheren Anlagehäfen. Hinweis auf den Zustand der Wirtschaft in der Eurozone geben im Tagesverlauf Daten zur Industrieproduktion. Laut einer Umfrage von Bloomberg News unter 29 Ökonomen wird die Erzeugung im Mai lediglich stagniert haben.

Im Tagesverlauf will Italien eine Anleihe mit 361 Tagen Laufzeit am Markt platzieren und damit bis zu 7,5 Mrd. Euro einnehmen. Am Freitag will Rom drei weitere Bonds mit Laufzeiten zwischen 2015 und 2023 am Markt unterbringen. Die Rendite zehnjähriger Italien-Anleihen sank um sieben Basispunkte auf 5,73 Prozent.

Das Sicherheitsbedürfnis der Anleger zeigte sich auch in den steigenden Kursen am Markt für US-Staatsanleihen. Zehnjährige Treasuries rentierten drei Basispunkt niedriger bei 1,49 Prozent. Die Rendite des Longbonds mit 30 Jahren Laufzeit fiel um zwei Basispunkte auf 2,59 Prozent.

In den USA findet am Abend (MESZ) die Auktion 30-jähriger Bonds im Volumen von 13 Mrd. Dollar statt. Am Markt wurde spekuliert, dass die noch immer niedrigen Renditen die Nachfrage bei der am Abend anstehenden Emission drücken können.

 

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rendite auf Rekordtief: Bundesanleihen profitieren von Eurokrise"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Mansollte es differenzierter sehen:
    Die Unternehmen und der deutsche Staat haben durch die Eurokrise viel niedrigere Refinanzierungskosten. Da die Löhne der mitarbeiter der Unternehmen nicht gestiegen sind, ist anzunehmen, daß diese Zusatzgewinne in die privaten Taschen der Eigner fließen.

    Gleichzeitig zahlen die Bürger bzw. der deutsche Steuerzahler z.B. für das Mißmanagement der Banken. Die Steuern für Reiche und z.B. Milllionenerben wurden gesenkt (Spitzensteuersatz, Erbschaftssteuer >1Mio etc)

    Es handelt sich also um die klassische Verteilung von unten nach Oben.

  • Ist es nicht unglaublich. Deutschland profitiert am meisten vom Euro, Bundesanleihen profitieren von der Eurokrise, Deutschland verdient am Euro weil es die niedrigsten Zinsen zahlen muss. Und der Rest vom Euroland schielt schon wieder auf den angeblichen Profit.

    Auf der anderen Seite zahlt Deutschland ein Vermögen für diesen Verein. Diese Summen sollten wir im Land halten und aus dieser Mißgeburt austreten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%