Rendite auf Rekordtief: Warum Anleihen immer beliebter werden

Rendite auf Rekordtief
Warum Anleihen immer beliebter werden

Der Andrang auf festverzinsliche Wertpapiere reißt nicht ab. Und das, obwohl die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die als Richtwert des Rentenmarktes gilt, am Donnerstag auf einen historischen Tiefstand von 3,42 Prozent fiel. Anfang der 1990-er Jahre hatte sie noch bei etwa neun Prozent gelegen.

HB FRANKFURT. Hintergrund für diese Entwicklung ist nach Einschätzung vieler Experten die überschüssige Liquidität der Anleger. In den USA waren die Renditen in den vergangenen Monaten trotz steigender Leitzinsen gefallen. Weitere Faktoren für den Aufwärtstrend der dortigen Anleihekurse sind Einschätzungen der künftigen konjunkturellen Lage, aber auch massive Käufe von US-Staatsanleihen durch asiatische Notenbanken.

Die Rendite eines Anleihegeschäfts errechnet sich aus ihrer jährlichen Verzinsung sowie der Differenz zwischen dem aktuellen Kurs und dem Nominalwert, der bei Fälligkeit zurückgezahlt wird. Ist die Nachfrage groß, steigen die Kurse und die Rendite sinkt. Bei einer Rendite von nur wenigen Prozenten kann der Netto-Ertrag nach Abzug von Steuern und Inflation sogar negativ sein. Zu den Käufern zählen zum Beispiel auch deutsche Lebensversicherungen, die einen Großteil ihrer Mittel in festverzinslichen Wertpapieren anlegen. Wegen der geringen Renditen fällt es ihnen aber zunehmend schwerer, für die Versicherten die Mindestverzinsung von 2,75 Prozent zu erzielen.

Kritiker befürchten, dass das überschüssige Kapital im derzeitigen Konjunkturzyklus mit niedrigen Leitzinsen nicht wie sonst üblich zu einer steigenden Inflation, sondern zu „Blasen“ - überhitzten Märkten - bei Vermögensanlagen geführt hat. Nach dem Zusammenbruch der Aktienkurse sei das Geld demnach in den Rentenmarkt sowie in die Immobilienmärkte in einigen europäischen Ländern - allerdings nicht in Deutschland - geflossen.

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