Rentenfonds
Euro-Renten reizen zum Einstieg

Es gibt Phasen, in denen läuft für einen Fondsmanager einfach alles rund. Bei Karl Brandstötter war das in den vergangenen Monaten der Fall.

HAMBURG. Der Österreicher leitet das Renten-Team der Erste-Sparinvest KAG in Wien und betreut dabei unter anderem den auf europäische Anleihen spezialisierten Espa Bond Europe. Mit einem für Rentenprodukte beachtlichen Endspurt (plus 0,78 Prozent allein im Mai) gelang dem 1991 aufgelegten Fonds im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich seiner Kategorie gerade noch der Sprung unter die Top Ten.

„Wir verfolgen im Fondsmanagement viele voneinander unabhängige Strategien, die im Mai fast alle aufgegangen sind“, erläutert Brandstötter. So hatte er den Anteil osteuropäischer Renten frühzeitig auf vier Prozent des Fondsvermögens reduziert und gleichzeitig durch entsprechende Transaktionen auf einen fallenden Zloty gewettet. Die Verkürzung der Laufzeiten sowie die Beimischung von Hochzinsanleihen brachte weitere Pluspunkte. Aus diesem Segment hat sich Brandstötter allerdings mittlerweile weitgehend verabschiedet, weil er traditionelle Euro-Staatsanleihen inzwischen wieder deutlich positiver beurteilt als noch vor einigen Monaten. „Inflationsängste und die Erwartung steigender Renditen sind in den aktuellen Kursen bereits enthalten und lassen Spielraum für positive Überraschungen“, hofft der Espa-Manager. Hinzu komme, dass zahlreiche Investoren Kapital aus Risikomärkten abzögen und in die Rentenmärkte umschichteten. Vor diesem Hintergrund erwartet Brandstötter für Euro-Anleihen in den kommenden zwölf Monate einen Ertrag von vier bis sechs Prozent.

Ein ähnliches Szenario zeichnet auch Barbara Eberhardt. Die Managerin des Uni-Europa-Renta net von Union Investment rechnet schon bald mit einer Abkühlung der Weltwirtschaft, die weitere Zinsschritte der US-Notenbank überflüssig mache und die Inflationsängste eindämme. In diesem Umfeld sieht sie außerhalb des Euro-Blocks vor allem Chancen für britische Renten sowie auf der Währungsseite für Investments in Schweden und Norwegen. Für Eberhardt lief 2006 bislang alles andere als optimal. Den Verlust von 2,43 Prozent im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich erklärt sie mit einer zu starken Positionierung bei lang laufenden Papieren und in Osteuropa.

Achim Backhaus äußert sich kritisch über den Uni-Europa-Renta. „Seit Sommer 2004 hat sich die Performance gegenüber der Vergleichsgruppe kontinuierlich verschlechtert“, urteilt der Analyst von Feri Rating & Research in Bad Homburg. Dem Team von Espa-Manager Brandstötter bescheinigt Backhaus dagegen eine „auch langfristig deutlich über dem Durchschnitt liegende Leistung“.

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