Rentenmarkt
Deutsche Bank kauft Anleihe nicht vorzeitig zurück

Entgegen der üblichen Praxis verzichtet die Deutsche Bank auf das vorzeitige Rückkaufrecht für eine Milliardenanleihe. Der Grund: Eine neue Kapitalaufnahme an den Märkten wäre für das Institut teurer als die Fortführung der Anleihe.

HB FRANKFURT. Die Deutsche Bank zahlt wegen der derzeit hohen Refinanzierungskosten eine Milliardenanleihe nicht vorzeitig zurück. Eine Kündigung wäre für das Institut im aktuellen Marktumfeld teurer als eine Fortsetzung, sagte ein Banksprecher am Mittwoch zur Erläuterung. Die Deutsche Bank muss den Investoren für den Bond im Volumen von einer Milliarde Euro ab 16. Januar gut vier Prozent an Zinsen zahlen. Wollte sich das Geldhaus die Summe an den Kapitalmärkten anderweitig beschaffen, wären derzeit höhere Kosten fällig.

Die Bank hätte die bis Anfang 2014 laufende Anleihe zum 16. Januar erstmals vorzeitig zum Nennwert zurückzahlen können - und kann dies von nun an vierteljährlich tun. „Eine Kündigung hätte sich für die Bank nicht gelohnt, daher ergibt die Entscheidung Sinn“, sagt Konrad Becker, Bankexperte von Merck Finck. Einen Zusammenhang mit den starken Kursverlusten der Bankaktie von mehr als sieben Prozent sieht er nicht. Händler begründeten das Minus mit Befürchtungen, das größte deutsche Geldhaus werde im vierten Quartal einen Verlust machen. Auslöser war die Mitteilung der französischen Großbank BNP Paribas, wegen der Finanzkrise in den ersten elf Monaten im Investmentbanking 710 Mio. Euro Miese gemacht zu haben.

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