Rentenmarkt
Italienische und spanische Renditen fallen

Liquidität der EZB hat für Entspannung am Rentenmarkt gesorgt, die Nachfrage nach italienischen und spanischen Anleihen stieg. Dagegen wächst der Druck auf belgische Bonds. Moody's hatte die Bonität des Landes gesenkt.
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FrankfurtDie Bereitstellung zusätzlicher Liquidität durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat Börsianern zufolge am Montag die Nachfrage nach italienischen und spanischen Anleihen verstärkt. Offenbar kauften Kreditinstitute die Papiere auf, um diese beim bevorstehenden Drei-Jahres-Tender als Sicherheit bei der EZB zu hinterlegen, sagte ING-Zinsstratege Alessandro Giansanti. Ein anderer Börsianer betonte, dies dränge die Drohung der Rating-Agentur Fitch, die Kreditwürdigkeit Frankreichs und anderer Euro-Staaten schlechter zu benoten, in den Hintergrund.

Die Renditen der zehnjährigen italienischen und spanischen Titel gingen auf 6,815 beziehungsweise 5,201 Prozent zurück. Damit verringerten sich auch die Risikoaufschläge (Spreads) zu den entsprechenden Bundesanleihen.

Renten-Experte Nick Stamenkovic von RIA Capital Markets warnte aber vor überzogenen Erwartungen. „Es droht eine Menge Gegenwind Anfang nächsten Jahres: Drohende Herabstufungen, jede Menge Emissionen und sicherlich keine Lösung für Europa. Daher ist dies sicher nur ein kurzfristiges Phänomen.“

Die EZB hatte Anfang des Monats zahlreiche Maßnahmen angekündigt, um die Verspannungen am Geldmarkt zu lösen. Dazu gehören ultra-lang laufende Refinanzierungsgeschäfte, weil sich die Banken wegen der Schuldenkrise untereinander kaum noch Geld leihen. Daneben senkte sie den Leitzins und die Mindestreservequote, also den Anteil der Einlagen, die eine Bank bei der EZB als Sicherheit hinterlegen muss.

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Moody's stuft Belgien herab - Bund-Future im Minus

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