Rentenmarkt
Konjunktursorgen treiben Anleihekurse hoch

Die Rezessionsangst treibt Anleger weiter in sichere Staatsanleihen. Am Rentenmarkt ist der Bund-Future, Gradmesser für die Euro-Zone, erstmals seit zweieinhalb Jahren über 120 Punkte geklettert.

HB FRANKFURT. Am deutschen Anleihenmarkt haben die Kurse am Donnerstag ihren Höhenflug weiter fortgesetzt. Händler nannten überraschend schlechte Konjunkturdaten aus den USA und die Sorge über das Schicksal der großen Automobilkonzerne als Kurstreiber am Rentenmarkt. Zum Handelsauftakt sprang der richtungweisende Euro-Bund-Future erstmals seit März 2006 wieder über die Marke von 120 Punkten und legte erneut massiv um 0,48 Prozent auf 120,27 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,424 Prozent.

Nach einer Reihe von überraschend schlechten Konjunkturdaten sei die "Risikoaversion" an die Finanzmärkte zurückgekehrt, hieß es von Händlern. Die Festverzinslichen seien daher wieder als "sicherer Hafen" gesucht. Derzeit gebe es einfach keine Hinweise auf eine konjunkturelle Bodenbildung, so das ernüchternde Fazit des Experten Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen.

Derzeit seien die Unsicherheit an den Aktienmärkten und das immer stärkere Übergreifen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft der Treibsatz für die Kursentwicklung am Rentenmarkt, sagte auch der Experte Thomas Amend vom Bankhaus HSBC Trinkaus. Die Finanzkrise und ihre Folgen hätten einen längeren Aufwärtstrend bei den Festverzinslichen ausgelöst. "Die Anleger gehen eben immer noch in den sicheren Hafen Anleihen.

Auch im weiteren Handelsverlauf müssen sich die Anleger auf weitere schlechte Nachrichten aus den USA einstellen. Am Nachmittag dürfte der Index der Frühindikatoren für die US-Wirtschaft "deutlich nachgeben", sagte Wortberg weiter. Auch beim stark beachteten Frühindikator "Philadelphia-Fed-Index" sei keine nennenswerte Erholung zu erwarten.

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