Rentenmarkt
Rendite von Bundesanleihen so gering wie nie

Nach den schwachen BIP-Zahlen sinkt die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen immer weiter – und fällt unter ein Prozent. Das gab es noch nie. Bei zweijährigen Papieren zahlen Anleger sogar drauf.
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FrankfurtBundesanleihen sind am Donnerstag nach schwächer als erwartet ausgefallenen BIP-Zahlen aus Deutschland auf ein neues Rekordhoch geklettert. Gleichzeitig fielen die Renditen zeitweise auf ein Rekordtief von 0,998 Prozent. Nach Angaben des Datenanbieters Bloomberg ist das der niedrigste Stand aller Zeiten. Bei zweijährigen Anleihen fiel die Rendite sogar auf -0,01 Prozent, also in den negativen Bereich. Nach Ablauf erhalten Anleger weniger zurück als sie gezahlt haben.

Das deutsche BIP war im zweiten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gefallen. Von Bloomberg befragte Volkswirte waren nur von einem Rückgang um 0,1 Prozent ausgegangen. Die französischen BIP-Daten enttäuschten ebenfalls die Erwartungen.

„Der Fokus von heute sollte auf dem schwachen Makro-Bild in der Eurozone bleiben und Bundesanleihen weiter stützen, auch wenn die BIP-Daten die Bundrenditen auf ein neues Rekordtief gedrückt haben”, schreibt Commerzbank-Analyst Benjamin Schröder in einer Einschätzung. Für das im weiteren Vormittagsverlauf veröffentlichte BIP der Eurozone rechnet Schröder im zweiten Quartal allenfalls mit einer Stagnation auf Vorquartalsniveau.

Auch die Rendite fünfjähriger Bunds erreichte am Donnerstagmorgen ein neues Rekordtief von 0,206 Prozent. Erst am Vortag hatte Deutschland 4 Milliarden Euro an Anleihen mit Fälligkeit Mai 2024 zu einer rekordniedrigen Rendite von 1,08 Prozent begeben. Bei der letzten Auktion am 16. Juli waren es noch 1,20 Prozent gewesen.

Die Rendite der US-Treasuries sank um knapp zwei Basispunkte auf 2,43 Prozent. In den USA könnten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am heutigen Nachmittag für weitere Impulse sorgen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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