Risiko Ausfallversicherung: Verworrene Geschäfte

Risiko Ausfallversicherung
Die unbekannte Gefahr für die Banken

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Verworrene Geschäfte

Die Idee hinter den CDS ist eigentlich eine gute. Die Papiere sollen wie eine Versicherung einspringen, wenn eine Anleihe ausfällt. Wenn der Schuldner nicht zahlt, ersetzt der Versicherer den Schaden. Allerdings kaufen viele Investoren diese Finanzinstrumente nicht, um sich abzusichern. Meistens halten sie nicht einmal die zugrunde liegenden Anleihen oder Kredite. Die Investoren spekulieren nur darauf, dass die CDS-Prämien steigen.

Je mehr Investoren einen Versicherungsschutz haben wollen, umso teurer werden die CDS-Prämien. Oder anders ausgedrückt: Je höher die CDS-Prämie, desto größer schätzen die Märkte das Risiko ein, dass ein Schuldner seine Gläubiger nicht mehr auszahlen kann. Und wenn die CDS-Prämien steigen, steigen in der Folge oft die Zinsen, die ein Staat für seine Anleihen zahlen muss. Bewiesen ist das zwar nicht. Klar ist aber, dass sich die Anleihemärkte stark an den CDS-Prämien orientieren. Nach Meinung von Experten kann dies indirekt dazu führen, dass sich ein Land letzten Endes schwerer refinanzieren kann. Der legendäre US-Investor Warren Buffett hat Kreditderivate schon vor Jahren als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“ bezeichnet.

Die Absicherung gegen den Ausfall griechischer Staatsanleihen ist so teuer wie nie, der Markt geht fest von einer Pleite aus. CDS auf griechische Staatsanleihen notieren bei 5900 Basispunkten – so hoch wie bei keinem anderen Land auf der Welt. Das bedeutet, dass es 5,9 Millionen Dollar kostet, Anleihen im Wert von zehn Millionen Dollar für die Dauer von fünf Jahren abzusichern. Zum Vergleich: Mitte 2009 lagen CDS auf Griechenland noch bei rund 100 Basispunkten. Eine Ausfallversicherung auf Bundesanleihen liegt im Moment bei 95 Basispunkten.

Wer wie viele CDS auf Griechen-Anleihen in den Büchern hat, lässt sich nur schwer ermitteln. Zu den größten Spielern am Markt zählen Banken und Hedge-Fonds. Gehandelt wird nicht an Börsen, der Markt gilt als intransparent. Nach Angaben des Clearinghauses Depository Trust & Clearing Corp. (DTCC), das ein zentrales Register führt, werden CDS auf Griechen-Anleihen im Wert von 75,5 Milliarden Dollar gehandelt. Das ist weniger als die Summe der ausstehenden griechischen Staatsanleihen und Kredite im Volumen von 471 Milliarden Dollar, aber dennoch eine hohe Hausnummer.

Allerdings gibt DTCC das Nettovolumen dessen, das im Fall einer Pleite maximal bezahlt wird, nur mit 3,7 Milliarden Dollar an. Das Nettovolumen fällt so viel geringer aus, weil sich viele CDS-Geschäfte angeblich gegeneinander aufrechnen lassen – etwa wenn die eine Abteilung einer Bank Schutz über CDS gekauft, und gleichzeitig eine andere Abteilung dieser Bank Schutz über CDS angeboten hat.

Kommentare zu " Risiko Ausfallversicherung: Die unbekannte Gefahr für die Banken"

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  • Übrigens stellt sich mir echt die Frage welchen Sinn CDS auf deutsche Staatsanleihen haben, oder erst recht CDS auf amerikanische.

    Welche Bank will denn bitte heutzutage mit weniger als 10% Eigenkapital einen Credit-Default dieser Länder überstehen? Die Anleihen stehen doch in allen Bilanzen! Und glaubt irgendjemand dass diese Ereignisse isoliert auftreten werden? Zumindest Italien und Frankreich werden doch so ein Ereignis ebenfalls nicht überstehen.

  • Sicher ist, dass diese Summe nicht stimmt. Wer die Finanzbranche und nicht börsliche Geschäfte kennt, der weiß, dass hier noch einige Leichen im Keller liegen ;)

  • das grosse ablenkungsmanöver
    wurde von der politik angezettelt um von den tatsächlichen probs abzulenken.nicht die banken sind unterkapitalisiert, sondern die politk hat sich ad absurdum geführt.
    überhaupt keine bank benötigt die schwachsinnigen "reichs"kreditscheine die sich €uro nennen von der regierung. diese opolitparasiten brauchen nur ihre staatsanleihen von den banken zurück zu kaufen, dann ist das problem der angeblichen unterkapitalisierung gelösst. letztlich wurden nur die wahlwohltaten und exorbitanten haushalte mit immer neuen schulden finanziert. die gläubiger,die den staaten das ermöglichten, sollen sich nun an rettungsmassnahmen beteiligen. das wirkt wie eine enteignung oder "wohltaten-sondersteuer" als dank dafür, dem "sytem" gedient zu haben. deswegen sind dan die privaten banken auch "systemrelevant" weil sie dann vom system den goldenen tritt in den hintern bekommen.
    da war doch noch was, in eurer republik. gab es da nicht schon einige regierungen in deutschland, die fortwärend, seit 1918, das grosse deutsche volk permanent ausgeplündert haben? gold gab ich für eisen galt bis 1918, dann die inflation, die rentenmark, die abzinsung von sparbriefen, die aufhebung der golddeckung für diese sparbriefe, die 1:10 abwertung der reichsmark 1948, die zinsauflösung für weimarer sparbriefe -gezahlt wird bei der wiedervereinigung-, wurde nicht bezahlt. dann ein gewisser ulbricht in der ddr, der über nacht seine ostmark-banknoten durch neue ersetzte und dem böözzen "kapitalismus und spekulanten" eins auswischte, damit aber mehr das ddr-völkchen traf. oder die abwertung des ecu -dem vorgänger des €- um 30 % und dann bei der € einführung weitere 25 %...tauschkurs 1:195583...und jetzt
    soll darüber sand und asche geschüttet werden um die massiven fehler und das politikversagen zu kaschieren.
    die angeblichen deutschen vorteile des € sind eine masche, um zu kaschieren, dass auch deutschland fast pleite ist.

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