Riskante Anleihen
Schwellenländer sind gefragt

Investoren in Anleihen von Schwellenländern brauchen gute Nerven. Die Volatilität – das Ausmaß der Kursschwankungen – ist in diesem Jahr stark gestiegen. Das gilt nicht nur für die Bonds in Lokalwährungen der Schwellenländer, sondern auch für Dollar-Zinspapiere.

FRANKFURT. „Die Zeiten für Anleger in Schwellenländern sind schwieriger geworden“, konstatiert Joyce Chang, die bei JP Morgan Chase das Research für Emerging Markets, Währungen und Rohstoffe leitet.

Dies ist vor allem für professionelle Investoren von Bedeutung, die Anleihen nicht bis zur Fälligkeit halten, sondern auf Kursgewinne setzen. Inzwischen haben sich die Bonds von ihren Kursrückschlägen im Mai, Juni und September wieder erholt. Entsprechend sanken die Renditen und Risikoaufschläge (Spreads). Für Dollar-Anleihen der Emerging Markets gibt es nach Indizes von JP Morgan im Schnitt weniger als 1,9 Prozentpunkte mehr Rendite als für US-Staatsanleihen und damit weniger als am Jahresanfang (siehe „Auf Berg- und Talfahrt“).

Dabei ist die Bandbreite sehr hoch. Schwellenländer wie Bulgarien und Russland bieten um die 0,8 beziehungsweise gut einen Prozentpunkt mehr Rendite als US-Staatsanleihen. Brasilianische und türkische Dollar-Bonds rentieren über zwei Prozentpunkte und Dollar-Anleihen aus Ecuador sogar gut fünf Prozentpunkte über amerikanischen Staatsanleihen.

Im Mai und Juni hatte die Angst vor einer Überhitzung der US-Wirtschaft die zuvor deutlich gesunkenen Risikoprämien wieder auf im Schnitt fast 2,4 Punkte und damit auf das Niveau vom Jahresanfang nach oben schnellen lassen. „Seitdem ist der Risikoappetit der Investoren wieder gestiegen“, sagt Chang. Nur im September kam es noch zu einem kleineren Rückschlag. Unter anderem belasteten der fallende Ölpreis und neue Korruptionsvorwürfe gegen Brasiliens Staatschef Lula da Silva die Märkte.

Nur etwas niedriger als auf dem aktuellen Spread-Niveau und damit auf einem Rekordtief lagen die Anleihen der Emerging Markets im April. Damals bezeichneten viele Experten die Bonds als teuer, und prompt kam es zu den Rückschlägen. Ein breiter Ausverkauf wird jetzt aber nicht mehr befürchtet. Dresdner Kleinwort sieht für die Schwellenländer zwar die Gefahr einzelner Korrekturen, aber keine Risiken, die aus dem System selber erwachsen.

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