Riskantes Manöver
Spanien könnte Anleihenvolumen weiter erhöhen

Spanien könnte im kommenden Jahr sein Bondvolumen weiter steigern. Das ist mit einigen Risikos verbunden: Analysten vermuten, dass der steigende Finanzierungsdruck der Auslöser für einen Hilfsantrag sein könnte.
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Als einziger EU-Staat wird Spanien im kommenden Jahr die Anleiheinvestoren um mehr Mittel bitten. Fünf der sechs größten Kreditnehmer im Euroraum verringern dagegen ihr Emissionsvolumen, wie aus Schätzungen der Lloyds Banking Group und Morgan Stanley hervorgeht.

Schon in diesem Jahr hat Spanien Anleihen im Umfang von 97,1 Milliarden Euro ausgegeben und damit das Finanzierungsziel für 2012 sogar übertroffen - und das ohne die Hilfe der Europäischen Zentralbank (EZB). Während Deutschland, Italien, Frankreich, die Niederlande und Belgien 2013 weniger Schulden aufnehmen wollen, dürfte Spanien jedoch seine Kapitalaufnahme auf 110 Milliarden Euro steigern, sagte Achilleas Georgolopoulos, Stratege für Festverzinsliche Wertpapiere bei Lloyds in London.

„Der Finanzierungsbedarf erhöht den Druck auf Spanien. Das könnte sie dazu zwingen, Hilfen zu beantragen”, erklärte Georgolopoulos weiter. „Was im Jahr 2012 gefehlt hat, war ein Auslöser - und die Emission könnte der auslösende Faktor sein. Die Summe hat eine eingebaute Annahme, dass Spanien im ersten Quartal um Hilfe bitten wird.”

Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy versucht derzeit das Haushaltsdefizit einzudämmen. Proportional betrachtet ist der Schuldenberg Spaniens mittlerweile auf das gleichen Niveau wie der von Griechenland im vergangenen Jahr herangewachsen. Auch bleibt die Sorge, dass die Regionen und Banken des Landes mehr Mittel benötigen könnten. Rajoy hat die Entscheidung bislang hinausgeschoben, ob er zur Verringerung der Finanzierungskosten ein europäisches Rettungspaket beantragen wird. Der Rückfall der spanischen Wirtschaft in die zweite Rezession seit 2009 erschwert seine Aufgaben.

Spanien wird im kommenden Jahr Anleihen im Volumen von 111 Milliarden Euro begeben, so das Ergebnis einer Analyse von Morgan Stanley. Eine vorläufige Schätzung des spanischen Finanzministeriums vom 11. Dezember zum Emissionsvolumen 2013 belief sich im Vergleich dazu auf 90,4 Milliarden Euro.

Grund für die Abweichung zwischen der Emissionsannahme von Lloyds und dem Finanzministerium ist laut Lloyd-Stratege Georgolopoulos, dass Spanien sein Defizitziel in diesem Jahr nicht einhalten dürfte. Außerdem seien die möglicherweise notwendigen Finanzhilfen für die Regionen nicht enthalten.

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Unterstützung der EZB dringend notwendig

Kommentare zu " Riskantes Manöver: Spanien könnte Anleihenvolumen weiter erhöhen"

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  • Die EZB hat in der Vergangenheit über LTRO, Target II und OMT eine quasi monetäre Staatsfinanzierung für Spanien geleistet. Die Banken erhalten Rekapitalisierungshilfen vom EFSF und ESM. Zudem möchte Spanien die europäische Bankenunion mit einer gemeinsamen Haftungseinlagensicherung vorantreiben.

    Die Sanierung Spaniens wird also von außen durchgeführt und dies zu Lasten der noch wenigen leistungsfähigen Eurovolkswirtschaften.

    Im Gegenzug sinkt unser Einfluss auf die EZB-Politik. Weitere EU-Fonds sind in Planung.

  • Hallo Ben-Wa,
    ja, ich teile Ihre Meinung und habe das auch mehrfach in diesem Forum ausgedrückt.
    Ich denke jetzt werden nochmal kräftig die Schulden erhöht und Anleihen ausgegeben, dann kommt der Hilfsantrag und die EZB kann, mit auf unsere Kosten, dann diese Anleihen am Sekundärmarkt kaufen und "retten"! Toll ausgedacht!
    Wie sonst sollten diese Anleihen zurückgezahlt werden? Ähnliches gilt auch für Italien.
    Wenn das keine Staatsfinanzierung durch die EZB ist.....; für wie blöd halten die uns? Wohl für sehr blöd!

  • Spanien ist pleite. Die Politik der EU und der EZB und der deutschen Regierung samt Opposition ist die Schuldenvergemeinschaftung, bis alle pleite sind. Wird nicht mehr lange dauern.

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