Run auf Staatsanleihen
Zweijährige Bundesanleihen im Renditetief

Schwache Konjunkturdaten aus Japan haben die Nachfrage nach Staatsanleihen weiter angetrieben. Insbesondere kurz laufenden Papiere waren gefragt: Die Rendite zweijähriger Bundesanleihen fiel auf den niedrigsten Stand seit der Euro-Einführung vor zehn Jahren. Experten warnen allerdings vor Übertreibungen am Rentenmarkt.

HB FRANKFURT. Düstere Konjunkturaussichten haben am Montag die Anleger wieder zu Staatsanleihen getrieben. Vor allem die Papiere der Bundesrepublik Deutschland waren gefragt, so dass einige Händler bereits vor einem Rückschlagpotenzial warnten. "Bei kurzen Laufzeiten werden hohe Zinssenkungen durch die EZB eingepreist, die überhaupt nicht zu den Aussagen der Notenbanker passen", warnte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

So stiegen die Kurse der zweijährigen Anleihen um bis zu zwölf Ticks auf 101,80 Prozent. Damit fielen die Renditen zeitweise auf nur noch 1,236 (Freitag 1,299) Prozent und lagen damit so niedrig wie noch nie seit der Euro-Einführung vor zehn Jahren.

Auslöser des Runs auf die Staatspapiere waren äußerst schwache Wirtschaftsdaten aus Japan. In der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft schrumpfte die Wirtschaft von Oktober bis Dezember um 3,3 Prozent. Das war der größte Rückgang seit der Ölkrise von 1974 und mehr als in anderen großen Industriestaaten. "Die Daten aus Japan waren ein Schock", erklärte IDEAglobal-Stratege Maurice Pomery. "Man bekommt mehr und mehr das Gefühl, dass der Weltwirtschaft noch mehr Probleme bevorstehen."

Dies drückte auch auf den Euro-Kurs, der besonders unter der Risikoaversion der Anleger leidet. Mit rund 1,28 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung am Nachmittag rund einen halben US-Cent unter dem Freitagsschluss.

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