Samurai-Bonds
Griechenland bedient Schulden in Yen

Griechenland geht pragmatisch bei der Auszahlung seiner Gläubiger vor: Die Frist für die Rückzahlung einer riesigen Summe an der IWF ließ das Land am Montag verstreichen. Doch private Geldgeber haben ihr Geld bekommen.
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Entwarnung in der Griechenland-Krise aus Japan: Die japanische Bank Mizuho hat bestätigt, dass Griechenland am Dienstagmorgen fällige Yen-denominierte „Samurai-Bonds“ bedient hat. Die Summe von 11,7 Milliarden Yen (86 Millionen Euro) ist zwar recht klein, aber die Folgen einer Nichtzahlung wären groß gewesen.

Denn damit wäre das Land nicht nur gegenüber einer Organisation wie dem IWF, sondern privaten Gläubigern in Zahlungsverzug geraten. Griechenland wäre damit offiziell „in default“ gewesen. Die Auswirkungen auf die Finanzmärkte wären möglicherweise groß gewesen.

Wie sehr allerdings die Bemühungen Spitz auf Knopf stehen, den Anschein von Zahlungsfähigkeit zu bewahren, zeigt der pragmatische Umgang mit anderen Gläubigern. Der IWF wartete am Montag vergebens auf die Überweisung seiner Tranche. Aber bei diesen Schulden reagiert der Markt geduldiger.

Die Samurai-Bonds stammen von Mitte der 1990er Jahre. Insgesamt hat Griechenland 1995 und 1996 in vier Tranchen in Yen Schulden von 50 Milliarden Yen aufgenommen, die im Laufe des kommenden Jahres fällig werden. Am 1. Februar 2016 muss Griechenland weitere 13,2 Milliarden Yen überweisen, Am 22. August 2016 24,5 Milliarden Yen und am 6. Dezember 2016 die restlichen 8,7 Milliarden Yen.

Samurai-Bonds erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit bei Regierungen und Firmen. Sie sind ein recht preiswerter Weg, die japanischen Ersparnisse anzuzapfen. Die Zinsen in Japan sind seit Jahrzehnten in der Regel niedriger als im Ausland. Gleichzeitig ist die Nachfrage der Japaner nach den Samurai-Bonds recht hoch, da sie höhere Renditen versprechen als japanische Regierungsanleihen.

Martin Kölling, Handelsblatt-Redakteur und Korrespondent in Tokio. Quelle: privat
Martin Kölling
Handelsblatt / Asien-Korrespondent

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  • Sind die Verbindlichkeiten gegenüber dem IWF nicht vorrangig zu bedienen?

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