Sanierungsfall
Praktiker fordert Beitrag von Anleiheinhabern

Mit jahrelangen Rabattaktionen hat sich der Baumarktkonzern selbst demontiert. Nun sollen die Anleihe-Gläubiger des Unternehmens ihren Teil zur Sanierung beitragen - und zwar mit einer deutlichen Zinssenkung.
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FrankfurtDer angeschlagene Baumarktkonzern Praktiker fordert von seinen Anleihe-Gläubigern einen Beitrag zur Sanierung des Unternehmens. Die Inhaber des im Februar 2011 ausgegebenen Bonds sollen einer deutlichen Verringerung des Zinssatzes zustimmen, wie Praktiker am Mittwoch in Kirkel mitteilte. Praktiker will die Verzinsung der Anleihe ab dem 10. Februar bis zum Laufzeitende 2016 auf 1,0 Prozent von bislang 5,875 Prozent senken. „Dies wäre auch ein positives Signal an potentielle weitere Fremdkapitalgeber, mit denen wir seit einigen Wochen in intensiven, aussichtsreichen Verhandlungen über frisches Geld für Praktiker stehen“, erklärte Praktiker-Chef Thomas Fox. Eine schriftliche Abstimmung soll vom 22. bis 25. März stattfinden.

Die bereits seit einiger Zeit gebeutelte Aktie brach nach der Mitteilung ein und war mit einem Abschlag von zwölf Prozent weitaus größter Verlierer im Kleinwerteindex SDax.

Der Baumarktkonzern hatte sich mit seinen jahrelangen Rabattaktionen von „20 Prozent auf alles“ in eine Sackgasse manövriert: Die Aktionen brachten Praktiker zwar Umsatz, aber zuletzt keinen Gewinn mehr. Als die Kette die Aktionen abschaffte, brach das Geschäft ein. Zuletzt hatte das Unternehmen immer höhere Verluste geschrieben. Vor kurzem einigte sich der Konzern mit Arbeitnehmervertretern auf einen umfassenden Sozialplan.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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