Saudi-Arabien: Andere Golfstaaten haben den Markt schon angezapft

Saudi-Arabien
Investoren stürzen sich auf Dollar-Bonds

Andere Golfstaaten haben den Markt schon angezapft

Saudi-Arabien ist nicht der einzige Golfstaat, der sich für internationale Investoren öffnet. Im Mai hatte bereits Katar Dollar-Bonds im Umfang von neun Milliarden Dollar ausgegeben, Abu Dhabi lieh sich fünf Milliarden Dollar und der Oman 2,5 Milliarden Dollar. Abu Dhabi und Katar haben sogar alle noch etwas bessere Ratings als Saudi-Arabien und konnten sich von daher noch etwas günstiger als das Königreich am Bondmarkt refinanzieren. Die Bonität des Oman ist dagegen schlechter als die Saudi-Arabiens, liegt aber immer noch in der Kategorie Investment-Grade für solide Schuldner.

Die Kehrtwende hin zum Kapitalmarkt der Golfstaaten kommt indes nicht ganz freiwillig. So hat der zeitweise unter 30 Dollar gefallene Ölpreis Saudi-Arabien als weltweit größtem Ölexporteur im vergangenen Jahr ein Haushaltsloch von 200 Milliarden Dollar beschert. Seither ist der Ölpreis wieder auf über 50 Dollar gestiegen, auch weil das Ölkartell Opec sich Ende September darauf verständigt hatte, künftig nur noch 32,5 bis 33 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag zu fördern. Das wären 800.000 Fass weniger als aktuell. Russland will sich der Vereinbarung anschließen und ebenfalls die Ölproduktion Russland beschränken oder gar kürzen. Saudi-Arabien ist seit 1960 Mitglied der Opec.

Trotz des wieder gestiegenen Ölpreises steht das Land vor großen Herausforderungen: an Im zweiten Quartal war die Wirtschaft nur noch um 1,4 Prozent gewachsen, das vierte Quartal in Folge niedriger als in den drei Monaten zuvor. Für 2016 rechnet die saudische Investmentbank Jadwa nur noch mit 1,1 Prozent Wachstum. Mit 13,5 Prozent erwartet das Königreich in diesem Jahr zudem das größte Haushaltsdefizit aller G20-Staaten.

Ohne die aufgebrauchten Währungsreserven der saudische Zentralbank von 170 Milliarden Dollar wäre das Defizit noch größer ausgefallen. Dennoch verfügt Saudi-Arabien noch über Währungsreserven im Umfang von fast 900 Milliarden Dollar. Analyst Briggs von Credit Sights ist sicher: „Für die nächsten fünf Jahre sind die Währungsreserven nicht bedroht, selbst auf Sicht von zehn Jahren sollten sie sich kaum ändern.“

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Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
Mathias Brüggmann
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent
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