Schatzanweisungen Bund zahlt fast keine Zinsen

Deutschland kommt nach wie vor sehr günstig an frisches Geld. Bei der heutigen Auktion nähert sich die Rendite der Null an. Auch Italien besorgt sich günstiger Kapital als bei vorherigen Emissionen.
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Für Schatzanweisungen zahlt der Bund fast keine Zinsen. Quelle: dpa

Für Schatzanweisungen zahlt der Bund fast keine Zinsen.

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FrankfurtDer Bund kann sich nach wie vor zu äußerst günstigen Konditionen refinanzieren. Bei einer Versteigerung sechsmonatiger Schatzanweisungen ohne Zinskupon (Bubills) habe sich am Montag eine durchschnittliche Rendite von 0,0013 Prozent ergeben, teilte die Deutsche Bundesbank in Frankfurt mit. Damit bekommt der Bund Kredit für ein halbes Jahr fast zum Nulltarif. Mit den neuen Schuldtiteln nahm der Bund 3,82 Milliarden Euro am Markt auf.

Bei vorherigen Auktionen hatten sich in dieser Laufzeit sogar negative Renditen eingestellt - der Bund konnte also quasi eine Gebühr dafür verlangen, dass er das Geld für die Anleger verwaltet.
Die Rendite der zehnjährigen Bunds lag zwei Basispunkte niedriger bei 1,36 Prozent. Für den Terminkontrakt Bund-Future ging es 12 Basispunkte aufwärts auf 144,78 Prozent.
Abwärts ging es dagegen für italienische und spanische Anleihen. Die Rendite der zehnjährigen spanischen Papiere stieg sieben Basispunkte auf 4,25 Prozent. Zehnjährige Italien-Bonds rentierten sieben Basispunkte höher mit 3,96 Prozent.

Italien hat sich dennoch zu günstigeren Konditionen acht Milliarden Euro am Kapitalmarkt beschafft. Über eine Anleihe mit dreijähriger Laufzeit nahm die neue Regierung von Ministerpräsident Enrico Letta allein 3,5 Milliarden Euro ein. Die Durchschnittsrendite bei dieser Emission lag nach Angaben vom Montag mit 1,92 Prozent so niedrig wie seit Januar nicht mehr. Bei der vorangegangenen Auktion hatte sie noch 2,29 Prozent betragen.

Die politischen und wirtschaftlichen Probleme des Euro-Landes sind offenbar in den Hintergrund getreten. Analysten verwiesen vielmehr auf Erwartungen der Anleger, dass die Europäische Zentralbank (EZB) sich gegen einen Ausverkauf von Schuldpapieren der Krisenländer stemmen würde. Die Nachfrage nach italienischen Anleihen gehe allerdings zurück, sagte IG-Marktstratege Vincenzo Longo. Die sinkenden Renditen drosselten den Appetit der Investoren.

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9 Kommentare zu "Schatzanweisungen: Bund zahlt fast keine Zinsen"

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  • Was denkt ein Normalbürger, wenn Pleitestaaten keine Zinsen mehr zahlen müssen?

    ... Genau!

    Der LIBOR-Skandal ist dagegen ein laues Lüftchen.

    Wer hat sich der Marktmanipulation schuldig gemacht?

    Niemand, weil die handelnden Personen von der Strafverfolgung frei gestellt sind.

    Was denkt der Normalbürger?

    1 Meter ist nicht für jeden 1 Meter!

    In der französischen Revolution rief man: "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!"

    Davon sind wir sehr weit entfernt.

  • So raubt man den privaten Bürgern die Sparrücklagen, privaten Rentenvorsorgen und Lebensversicherungen. Dieser Euro und diese Brüsseldiktatur müssen weg, so schnell es geht. Es sind die Ursachen des Auslöschens deutscher Vorsorgen. Jetzt zählt nur noch die AfD.

  • Warum ist die fast-null-Prozent Situation für Deutschland ein Vorteil? Zu diesem Fazit kann man nur kommen, wenn man erstens davon ausgeht, weiterhin neue Schulden aufzutürmen und zweitens Teil der staatlichen Schuldenmacher ist.
    Für alle Sparer, die auch z. B. privat für ihre Altersvorsorge monatlich Geld in eine Lebensversicherung einzahlen, ist diese null-Zins-Phase eine Katastrophe. Die Quittung bekommen wir in einer Generation präsentiert.

  • Passt nicht ganz zum Thema, dennoch "breaking news" aus der virtuellen Brüsseler Zahnradfabrik. ...

    Zitat: "Ratingagenturen werden für Fehlurteile haftbar, zudem dürfen sie EU-Staaten nur noch zu festen Terminen bewerten. ...
    Künftig beschränkt die EU die Bekanntgabe der Noten von Staaten auf drei zuvor festgelegte Termine im Jahr. ...
    Die neuen Auflagen werden nun im EU-Amtsblatt veröffentlicht und treten laut EU-Diplomaten 20 Tage später in Kraft."

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/jetzt-beschlossen-haertere-auflagen-fuer-ratingagenturen-in-der-eu-12181316.html

  • ..natürlich und logischerweise bekommt der Bund nahezu kostenlos frisches Geld.

    Denn dieses geben ja auch die PIIGS aus, wofür der Bund gezwungenermaßen in Haftung geht, - also für Dritte und zwar ohne Einfluss auf dessen Ausgabenpolitik zu haben.

    da ist es nur vonnöten das der Endhafter rigoros Geld aufnehmen kann - zum Nulltarif.

    An Idiotie nicht mehr zu übertreffen !!!

  • Wer sich morgen was bei einer Bank leiht - bekommt bald sogar Geld für's Ausleihen - "negative Zinspolitik"... und wenn alle maximal vershculdet sind, dann... - naja wisst Ihr ja selbst was dann kommt ;)

  • Fazit: Die Notenbanken scheren sich international einen Dreck um die Inflation. Es wird immer klarer die Schulden werden inflationiert, weil so leichter abbaubar.

    Die deutsche Politik aller etablierten Parteien betrügt die Bürger. Sie verschweigt das der Inflationsschutz aufgegeben wurde. Gläubiger also Bondinvestoren u. z. B. Versicherer aber auch Sparer und Rentner werden durch din inflationäre Entschuldung der Staaten extrem belastet.

  • Tja, wenn jetzt auch noch der Staatsaufwand reduziert würde könnte die Verschuldung endlich abgebaut werden.

    Aber die Pensionsbelastungen der Beamten steigen mit den massiven Erhöhungen der aktiven Beamten(bezüge).

    Die Prognosen von z.B. Pimco sind günstig. Hier wird spekuliert, dass die Verzinsung staatlicher Bonds auf lange Sicht niedrig bleibt. Falls das so kommt, wären das gute Nachrichten für deutsche Beamte auf Expansionskurs.

    Es ist sicher das ist ein abgekartetes Spiel. Euro Staaten und vor allem die USA sind hoch verschuldet. In Asien fürchtet man um die Exporte. Insofern ist die Möglichkeit eines weiterhin starken Aktienanstiegs auf Kosten der Grits durchaus denkbar.

    Da passt es auch ins Bild, das meine Pensionskasse in der Schweiz die Aktienquote deutlich erhöht hat. Auch die SNB kauft mittlerweile Aktien statt Bonds. Ich werde trotz Bedenken meine Aktienquote von derzeit 33% auf 50% erhöhen müssen.

  • Die Sparer werden enteignet, die Zocker gestopft.
    Weg mit dieser unsehligen EZB und dem Euro!

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