Schatzbriefe
Die Rendite ist niedriger als die Inflation

Schatzbriefe sind ein sicherer Hafen, vor allem für Kleinanleger. Außerdem sind sie beliebt, weil die Zinsen garantiert steigen. Doch die Zeiten haben sich auch hier geändert. Aber es gibt Alternativen.

FrankfurtWer früher ohne viel Fachwissen sein Geld anlegen wollte, der kaufte einen Bundesschatzbrief. Die nominale Rendite war in der Regel höher als die Inflationsrate, für die Einlage haftete die Bundesrepublik in voller Höhe. Schatzbriefe sind ein sicherer Hafen vor allem für Kleinanleger und beliebt, weil die Zinsen garantiert steigen. Doch die Zeiten haben sich auch hier geändert: Lag die jährliche Rendite zweijähriger Staatsanleihen in Deutschland 2007 noch bei je 4,25 Prozent, ist sie nun auf 0,25 Prozent im ersten Jahr und 0,5 Prozent im zweiten Jahr gefallen.

Der Grund für die niedrige Rendite liegt auf der Hand. "Die Bundesregierung ist aus Sicht der Anleger momentan eben der glaubwürdigste Staat auf der Welt", sagt Max Herbst, Inhaber der Finanzberatungsfirma FMH. In Zeiten, wo selbst die USA ihr Toprating nicht mehr halten könnten, scheuten immer mehr Anleger vor Aktien zurück und suchten sichere Anlageformen, sagt Herbst. Der Nebeneffekt: Der Staat kann immer günstiger Schulden machen.

Alternative zu Bundesschatzbriefen

Zins in % p.a. bei drei Jahren Laufzeit und jährlicher Ausschüttung (Typ A)

PSD Bank Nürnberg eG2,49
Hanseatic Bank2,41
PSD Bank Berlin-Brandenburg eG2,28
PSD Bank Koblenz eG2,24
Von Essen KG2,24
PSD Bank Köln eG2,16
PSD Bank Hessen Thüringen eG2,13
PSD Bank Nord eG2,13
PSD Bank RheinNeckarSaar eG2,00
Sparda-Bank Münster eG 2,00
Gallinat-Bank AG Essen 1,93
PSD Bank Rhein-Ruhr eG1,86
PSD Bank Westfalen Lippe eG1,75
PSD Bank Kiel eG 1,73
PSD Bank Hannover eG1,58
Ostsächsische Sparkasse1,50
Bundesschatzbrief0,66
* Verträge haben eine Laufzeit von fünf bis sechs Jahren und müssten vorzeitig gekündigt werden.
Quelle: FMH-Finanzberatung

Rechnet man die aktuelle Inflationsrate von knapp 2,5 Prozent im Euro-Raum mit ein, ist der Bundesschatzbrief gerade bei kürzeren Laufzeiten eine schlechte Investition. Richtig Geld verdienen lässt sich aber auch bei Anleihen von Privatinstituten kaum. "Die Produkte der Privatinstitute haben allerdings oftmals bessere Konditionen als Staatsanleihen", sagt Herbst. Mit einer jährlichen Rendite von 2,49 beziehungsweise 2,41 Prozent bieten die Anleihe "WachstumSparen" der PSD Bank Nürnberg und der "Dynamik-Sparbrief" der Hanseatic Bank aber immerhin die Möglichkeit, den Realwert des geparkten Geldes einigermaßen zu erhalten.

Es gibt aber noch andere Gründe, sich für diese alternativen Anleihen zu interessieren. Besonders für Kleinanleger böten sich Vorteile, sagt Herbst. Während Anleger bei Bundesschatzbriefen mindestens ein Jahr lang nicht an ihr Geld herankommen, ist das bei den Banken oft schon viel früher möglich. Ist die Rendite wie bei Staatsanleihen auch jährlich auszahlbar, können Sparer ihre Steuerschuld auf mehrere Jahre aufteilen und damit eventuell mindern. Gleichwohl sollten Anleger darauf achten, dass das erste Jahr möglichst hoch verzinst ist, wenn sie das Wertpapier früher verkaufen wollen. Gesichert sind die geparkten Gelder über den gesetzlichen Einlagenschutz.

Wichtig sei, dass der Emittent der Anleihe seinen Sitz in der Europäischen Union habe, sagt der Finanzberater. Dann schützt die gesetzlich vorgeschriebene Einlagensicherung der EU Sparverträge bis zu einer Höhe von 100.000 Euro im Falle einer Insolvenz der Bank. Darüber hinaus greifen vielfach die freiwilligen Einlagenschutzsysteme der privaten Bankwirtschaft, der Sparkassen oder Genossen.

Die meisten Sparer liegen weit unter diesem Betrag. Einige Institute verlangen eine Mindesteinlage von 5000 Euro. Auch wenn die Deutschen zu den Sparweltmeistern zählen, verfügt längst nicht jeder Bürger über eine solche Summe. Da könnte dann doch wieder der Bundesschatzbrief ins Spiel kommen - denn ihn gibt es ab einem Betrag von 50 Euro.

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