Schatzdepot
Bund will Kleinanleger locken

Bald sollen Privatleute ihr Geld einfach beim Bund anlegen können. Auch regelmäßige Investments in verschiedene Bundeswertpapiere sollen möglich sein. Doch die Zinsen sind mikrig und viele Details noch offen.
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FrankfurtDer Schuldenmanager des Bundes, die Deutsche Finanzagentur, hat ein fast fertiges Konzept für Sparpläne in der Schublade. Die Pläne unter dem Arbeitstitel „Schatzdepot des Bundes“ stimmt die Finanzagentur derzeit mit dem Bundesfinanzministerium ab. Das sagte der Geschäftsführer der Finanzagentur, Carl Heinz Daube, in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“.

Wann und ob das neue Konzept umgesetzt wird, konnte ein Sprecher der Finanzagentur auf Anfrage jedoch noch nicht sagen. Auch mit Details hält sich der Schuldenmanager zurück. Im Kern soll es jedoch darum gehen, dass Privatanleger regelmäßig einen bestimmten Geldbetrag ihrer Wahl in einen Korb verschiedener Bundeswertpapiere anlegen können, bei dem automatisch auch die anfallenden Zinsen wieder angelegt werden. Im Gespräch sind außerdem variabel verzinste Anleihen des Bundes. An die Inflationsrate gekoppelte Anleihen für Privatanleger stehen dagegen derzeit nicht mehr auf der Agenda.

Für Privatkunden bietet die Finanzagentur bislang ein- und zweijährige Finanzierungsschätze, neue fünfjährige Bundesobligationen sowie sechs- und siebenjährige Bundesschatzbriefe an. Dazu gibt es seit knapp vier Jahren eine Tagesgeldanleihe – die damals die erste Innovation für Privatanleger seit der Einführung der Bundesschatzbriefe im Jahr 1969 war. All diese Bundeswertpapiere können Privatanleger direkt bei der Finanzagentur kaufen und auf einem kostenlosen Schuldbuchkonto verwalten lassen.

Grobkonzepte für Privatanleger-Sparpläne hat die Finanzagentur bereits vor der Tagesanleihe mit dem Finanzministerium diskutiert. Nach der Einführung der Tagesanleihe liefen aber die Banken Sturm und warfen dem Bund vor, ihnen Konkurrenz im Kampf um Privatkunden zu machen. Mit Erfolg: Die Regierungsparteien CDU/CSU und FDP schrieben 2009 im Koalitionsvertrag fest, dass die Finanzagentur mit Kreditinstituten so wenig wie möglich in Wettbewerb treten soll.

So groß ist der Wettbewerb aber gar nicht. Die Finanzagentur verwaltet für Privatanleger derzeit knapp elf Milliarden Euro und damit knapp ein Prozent der ausstehenden Wertpapiere des Bundes. Zum Vergleich: Ende 2010 hatten deutsche Privathaushalte laut Bankenverband BdB ein Geldvermögen von 4,9 Billionen Euro.

Derzeit sind die Zinsen, die der Bund Anlegern bietet, zudem äußerst gering – schon allein deshalb ist es unwahrscheinlich, dass der Bund bald neue Produkte für Privatkunden auflegt, was für ihn wegen der Verwaltung mit Kosten verbunden ist. So rentieren zum Beispiel einjährige Finanzierungsschätze mit 0,05 Prozent – im Dezember 2008 waren es 3,75 Prozent.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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  • Schäuble Geld geben? Erinnere mich, dass der wetten wollte, die Rettungsschirme seien befristet und würden auslaufen. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht... Und Geld leiht man ihm schon gar nicht. HJ

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