Schlechtes Rating
S&P watscht Spanien ab

Rückschlag für Spanien: Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des krisengeschüttelten Euro-Schwergewichts gesenkt. Jetzt liegt sie nur noch eine Stufe über Ramschniveau. Und der Ausblick ist negativ.
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Washington/LondonDie Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Spaniens gleich um zwei Stufen von „BBB+“ auf „BBB-“ gesenkt. Damit befindet sich die Kreditwürdigkeit der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone nur noch eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau. Auch der Ausblick bleibe negativ, teilte S&P am Mittwochabend mit. Es droht also eine weitere Herabstufung.

Die verschärfte Rezession beschränke die Handlungsmöglichkeiten der Regierung, schreibt S&P. Die steigende Arbeitslosigkeit und Ausgabenkürzungen würden die soziale Unzufriedenheit schüren und die Spannungen zwischen der Zentralregierung und den Regionen verschärfen." Die sich vertiefende Rezession begrenzt die Politikmöglichkeiten der spanischen Regierung", erklärte Standard & Poor's. Die steigende Arbeitslosigkeit und die Einschränkungen bei den Staatsausgaben vergrößerten die soziale Unzufriedenheit und führten zu Spannungen zwischen der Regierung in Madrid und den Regionen. Außerdem gebe es Zweifel am Willen einiger Mitgliedsstaaten der Euro-Zone, die Kosten für eine Rekapitalisierung der spanischen Banken auf alle Schultern zu verteilen.

Der negative Ausblick bedeutet, dass Standard & Poor's die Bonität Spaniens noch weiter auf BB+ senken könnte. Damit hätten spanische Staatsanleihen dann Ramschstatus. Der Ratingagentur zufolge droht eine erneute Herabstufung, sollten die politische Unterstützung für die von der Regierung vorangetriebenen Reformen schwächer werden sowie Spaniens Zinsen an den Kapitalmärkten wegen mangelnder Unterstützung durch die anderen Länder der Euro-Zone über ein tragbares Niveau hinaus ansteigen.

Spanien kämpft seit geraumer Zeit mit massiven wirtschaftlichen Problemen, die Arbeitslosenquote beträgt fast 25 Prozent. Für die Rettung der spanischen Banken haben die internationalen Geldgeber bereits bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt. Die Krise hat in den vergangenen Wochen zudem zu vermehrten Überlegungen spanischer Regionen zur Abspaltung von Madrid geführt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • ich würde Spanien auch für 10% kein Geld mehr leihen...
    6-7% sind viel zu billig, wenn man das Risiko betrachtet...

  • Wer das nicht verhergesehen hat, war schlichtweg zu unbedarft.Durch den Euro, eine überbewertete Inlandswährung haben wir wir eine Anomalie, die so noch nie vorgekommen ist: Die Risikoprämien schrumpfen nicht mehr zusammen, sondern verharrren auf hohem Niveau. Refinanzierungen bleiben extrem teuer, z.B. 6% für Spanien. Die Nullzinspolitik führt nicht mehr die gesamte Zinslandschaft nach unten. Die Risiken werden nicht mehr ausgepreist. Sie bleiben und bleiben und werden bleiben.Die faulen Kartoffeln gammeln bis zum ESM vor sich hin. Das Misstrauen ist größer als früher bei Unternehmensanleihen, das ist der wahre Krisengrund.

    Was also den maroden Unternehmen nach Rezessionen regelmäßig gelang, gelingt bei den Staatspapieren nicht mehr. Die strukturellen Verwerfungen sind so groß, dass ein Abschmelzen der Zinsspreads nicht möglich ist. Und die hohen Zinsen werden z.B. an Spanien so lange nagen, bis der Vollbankrott eingetreten ist, vgl. fortunanetz. Wäre Lehman nicht gewesen, wäre es nicht anders gekommen, der Brandbeschleuniger ist hausgemacht, Marke Euro

  • Natürlich haben die Ratingagenturen Schuld koruppte Regierungen in die Pleite fühhren. Die Spekulanten haben herrliche Gewinne im DAX gemacht. Das hatte Herr Steinbrück doch erwartet, wenn wir Griechenland keine Zeit und kein Geld mehr geben. Kein Wunder , dass Ex-Politiker wie Schröder, Riester usw. nur bei zweifelhaften Firmen hoch bezahlten Beraterstatus erlangen. Jedes andere Unternehmen mit solchen Führungskräften würde in die Insolvenz gehen. Siehe die ganzen Gewerkschaftunternehmen.

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