Schlechtes Rating S&P senkt Spanien um zwei Stufen herab

Rückschlag für Spanien: Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des krisengeschüttelten Euro-Schwergewichts gesenkt. Jetzt liegt sie nur noch eine Stufe über Ramschniveau. Und der Ausblick ist negativ.
Update: 11.10.2012 - 07:54 Uhr 20 Kommentare
Die spanische Flagge am Plaza de Cibeles in Madrid. Quelle: AFP

Die spanische Flagge am Plaza de Cibeles in Madrid.

(Foto: AFP)

Washington/LondonDie Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Spaniens gleich um zwei Stufen von „BBB+“ auf „BBB-“ gesenkt. Damit befindet sich die Kreditwürdigkeit der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone nur noch eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau. Auch der Ausblick bleibe negativ, teilte S&P am Mittwochabend mit. Es droht also eine weitere Herabstufung.

Die verschärfte Rezession beschränke die Handlungsmöglichkeiten der Regierung, schreibt S&P. Die steigende Arbeitslosigkeit und Ausgabenkürzungen würden die soziale Unzufriedenheit schüren und die Spannungen zwischen der Zentralregierung und den Regionen verschärfen." Die sich vertiefende Rezession begrenzt die Politikmöglichkeiten der spanischen Regierung", erklärte Standard & Poor's. Die steigende Arbeitslosigkeit und die Einschränkungen bei den Staatsausgaben vergrößerten die soziale Unzufriedenheit und führten zu Spannungen zwischen der Regierung in Madrid und den Regionen. Außerdem gebe es Zweifel am Willen einiger Mitgliedsstaaten der Euro-Zone, die Kosten für eine Rekapitalisierung der spanischen Banken auf alle Schultern zu verteilen.

Der negative Ausblick bedeutet, dass Standard & Poor's die Bonität Spaniens noch weiter auf BB+ senken könnte. Damit hätten spanische Staatsanleihen dann Ramschstatus. Der Ratingagentur zufolge droht eine erneute Herabstufung, sollten die politische Unterstützung für die von der Regierung vorangetriebenen Reformen schwächer werden sowie Spaniens Zinsen an den Kapitalmärkten wegen mangelnder Unterstützung durch die anderen Länder der Euro-Zone über ein tragbares Niveau hinaus ansteigen.

Spanien kämpft seit geraumer Zeit mit massiven wirtschaftlichen Problemen, die Arbeitslosenquote beträgt fast 25 Prozent. Für die Rettung der spanischen Banken haben die internationalen Geldgeber bereits bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt. Die Krise hat in den vergangenen Wochen zudem zu vermehrten Überlegungen spanischer Regionen zur Abspaltung von Madrid geführt.

  • dpa
  • afp
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20 Kommentare zu "Schlechtes Rating: S&P watscht Spanien ab"

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  • ich würde Spanien auch für 10% kein Geld mehr leihen...
    6-7% sind viel zu billig, wenn man das Risiko betrachtet...

  • Wer das nicht verhergesehen hat, war schlichtweg zu unbedarft.Durch den Euro, eine überbewertete Inlandswährung haben wir wir eine Anomalie, die so noch nie vorgekommen ist: Die Risikoprämien schrumpfen nicht mehr zusammen, sondern verharrren auf hohem Niveau. Refinanzierungen bleiben extrem teuer, z.B. 6% für Spanien. Die Nullzinspolitik führt nicht mehr die gesamte Zinslandschaft nach unten. Die Risiken werden nicht mehr ausgepreist. Sie bleiben und bleiben und werden bleiben.Die faulen Kartoffeln gammeln bis zum ESM vor sich hin. Das Misstrauen ist größer als früher bei Unternehmensanleihen, das ist der wahre Krisengrund.

    Was also den maroden Unternehmen nach Rezessionen regelmäßig gelang, gelingt bei den Staatspapieren nicht mehr. Die strukturellen Verwerfungen sind so groß, dass ein Abschmelzen der Zinsspreads nicht möglich ist. Und die hohen Zinsen werden z.B. an Spanien so lange nagen, bis der Vollbankrott eingetreten ist, vgl. fortunanetz. Wäre Lehman nicht gewesen, wäre es nicht anders gekommen, der Brandbeschleuniger ist hausgemacht, Marke Euro

  • Natürlich haben die Ratingagenturen Schuld koruppte Regierungen in die Pleite fühhren. Die Spekulanten haben herrliche Gewinne im DAX gemacht. Das hatte Herr Steinbrück doch erwartet, wenn wir Griechenland keine Zeit und kein Geld mehr geben. Kein Wunder , dass Ex-Politiker wie Schröder, Riester usw. nur bei zweifelhaften Firmen hoch bezahlten Beraterstatus erlangen. Jedes andere Unternehmen mit solchen Führungskräften würde in die Insolvenz gehen. Siehe die ganzen Gewerkschaftunternehmen.

  • Ist doch nichts aussergewöhnliches das dies jetzt passiert. wir wissen doch alle das es spanien echt mies geht und jetzt kommt eben auch noch S&P dazu und schribt das schwarz auf weiss. Interessiert doch eh keinen mehr was die ratingfirmen aus USA so sagen, nachdem was in den letzten Monaten so gelaufen ist mit denen

  • @alersa

    Die USA sind zugleich auch eine militärische Macht, das ist nicht nur wichtig, sondern ein entscheidender Faktor.

    Politische Bündnisse sind nur die Bündnisse der heutigen Politiker bzw. der jetzigen politischen Klasse und deren Systempresse. Beides wird beim Zerfall des Euros aufgelöst und deren Zusagen sind nichts mehr wert. Diese Zusagen ließen sich dann nur mit militärischen Mitteln eintreiben. Hat Spanien diese Macht?

  • so ist das eben mit der "heilkraft des Euro".
    er hat eine ungeheuere wirkung.


  • In meinen Augen sind die Ratingargenturen korrupte Diener des Großkapitals. Sie mögen zwar in vielen Beurteilungen richtig liegen, urteilen m.E. aber mit einer "Augenklappe", die die katastrophalen Verhältnisse in den USA und UK ausblenden und andererseits den dortigen Finanzjongleuren Wasser auf die Geld-Mühlen ist.

  • Schade, dass der Artikel so schlecht recherchiert ist, denn sonst hätten wir gelesen:

    Staatsbankrotte in Form der "Repudiation" (= ständige Ablehnung des Staates, seinen Zins- und Tilgungsverpflichtungen nachzukommen)waren in den US-amerikanischen Unionsstaaten "an der Tagesordnung", wie ein Blick in die Geschichte zweifelsfrei beweist:

    Mississippi, Florida, Alabama, North Carolina, South Carolina, Georgia, Lousiana, Arkansas, Tenessee, Minnesota, Michigan, Virginia waren in den 1840er bzw. 1870er bis 1880er Jahren offen bankrott! (vgl. Manes: Staatsbankrotte, Berlin 1918).

    Von den versteckten Bankrotten der USA im 20. Jahrhundert ganz zu schweigen...

    Zwar ist Spanien gegenüber den USA gegenwärtig ganz sicher kein Musterknabe, allerdings ist den US-amerikanischen Ratingagenturen nicht im geringsten Maße über den Weg zu trauen:

    Bonitätsvergleich USA-Spanien:

    Defizit: USA -8,3% des BIP, Spanien: -8,5% des BIP
    Staatsverschuldung: USA 108,9% des BIP, Spanien: 68,5% des BIP

    ABER

    Rating
    S&P: USA AA+; Spanien BBB-

    Merkt hier eigentlich niemand, was hier läuft??? Die US-Amerikaner sanieren ihren Staat gerade auf Kosten der Kontinentaleuropäer!!!

  • Die Märkte haben die Abstufung + weiter folgende Abstufungen längst vorweggenommen, deshalb hat das neue Rating von S&P keinerlei Auswirkungen auf die Märkte. Siehe auch die anderen Ratings durch die Märkte: http://www.rating-index.com/Rating_Staaten

  • So so, mit der kreditwürdigkeit von Spanien ist also zur Zeit ziemlich mau.
    Das hat mir meine Putzfrau, die noch nicht einmal einen Hauptschulabschluss hat, gestern auch erzählt.
    Nur bekommt sie dafür nicht so viel Geld wie diese Wichtigtuer von den Ratinagenturen .....

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