Schneider Electric vergibt Mandat – General Motors platziert Bond – Emission des Versandhändlers Otto kleiner als erwartet
Der Markt für neue Euro-Anleihen belebt sich

In den Markt für neue Unternehmensanleihen ist gestern etwas Bewegung gekommen. Der französische Konzern Schneider Electric kündigte eine große Euro-Anleihe in zwei Tranchen an. Sie soll frühestens am Freitag – nach den Halbjahreszahlen des Unternehmens – platziert werden. Die Ratingagentur Standard & Poor’s bewertet Schneider mit der Note „A“ und damit als guten Schuldner.

HB FRANKFURT/M. Der US-Autokonzern General Motors (GM) begab über die Finanztochter GMAC eine im Februar 2007 fällige Anleihe über 300 Mill. Euro. Der Risikoaufschlag lag bei gut zwei Prozentpunkten über der zweijährigen Bundesanleihe. Die Risikoaufschläge der GM-Bonds waren am Vortag gesunken, nachdem GMAC angekündigt hatte, in den nächsten fünf Jahren Autofinanzierungskredite über bis zu 55 Mrd. Euro an die Bank of America zu verkaufen. Von dem Schock im März, als sich angekündigte, dass die Ratingagenturen GM-Anleihen als riskante Junk-Bonds einstufen werden, haben sich die Anleihen schon länger weitgehend erholt. Vor drei Wochen hatte GMAC eine zweijährige Anleihe über 500 Mill. Euro mit einem Risikoaufschlag von dreieinhalb Prozentpunkten begeben.

Einen Junk-Bond über 1,3 Mrd. Euro kündigte der niederländische Kunststoffhersteller Basell an. Die Anleihe soll in zehn Jahren fällig werden und in eine Euro- und eine Dollar-Tranche aufgeteilt werden.

Enttäuschend verlief die Debüt-Anleihe des Versandhändlers Otto. Das Unternehmen hatte am Montag eine endlos laufende nachrangige, so genannte Hybrid-Anleihe über 300 Mill. Euro zur Verbesserung des Eigenkapitals angekündigt. Die Konsortialführer Deutsche Bank und Merrill Lynch platzierten aber nur die Hälfte des avisierten Volumens. Die Anleihe hat einen Kupon von 6,5 Prozent. Nach sieben Jahren kann Otto die Anleihe kündigen. Dann steigt die Verzinsung deutlich. „Zu einem etwas höheren Kupon hätten wir mehr platzieren können“, sagte ein Banker. Das sei aber nicht im Sinne des Emittenten gewesen. Otto ist ein Familienunternehmen und hat kein Rating. Bei Analysten kursierten unterschiedliche Einschätzungen, ob Otto theoretisch noch als Investment-Grade einzustufen sei. Das habe die Emission belastet, hieß es.

Unter den Pfandbriefhäusern vergab die Württembergische Hypothekenbank das Mandat für einen Jumbo-Pfandbrief mit mittlerer Laufzeit an acht verschiedene Investment-Banken. Die Hypothekenbank in Essen (Essen Hyp) platzierte gestern einen dreijährigen Pfandbrief über eine Mrd. Euro. Diese Emission gilt trotz des großen Volumens nicht als Jumbo, bei dem sich unter anderem die Banken zum Market-Making, also dem ständigen Stellen von An- und Verkaufskursen in engen Spannen, verpflichten.

Daneben stockte die Essen Hyp ihren vor gut einer Woche platzierten liquiden Geldmarktbond um 500 Mill. auf 1,5 Mrd. Euro auf. Bei dem so genannten „Slimbo“ (Short Liquid Moneymarket Bond) gibt es ein Market Making. Der Bond wird in zwei Jahren fällig und hat einen Kupon von zwei Prozent. Die Landesbank Baden-Württemberg hat bereits fünf „Slimbos“ begeben, das Förderinstitut NRW Bank einen.

Staatsanleihen bewegten sich kaum. Der Terminkontrakt Bund-Future notierte praktisch unverändert mit 122,58 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe schloss auf den Stand des Vortags bei 3,22 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe sank auf 4,20 Prozent. Damit blieb die Zinsdifferenz hoch.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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