Schuldenkampf
Griechenland plant die Jahrhundert-Anleihe

In der Not denkt Griechenland über drastische Maßnahmen nach. Das Land prüft, ob es eine Staatsanleihe mit 100-jähriger Laufzeit ausgibt. Das sagt einer der Banker, die das Land im Kampf gegen die Schuldenkrise beraten.
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DüsseldorfIm Kampf gegen die hohe Verschuldung denkt Griechenland über die Ausgabe einer Staatsanleihe mit einer Laufzeit von 100 Jahren nach. Dies sei eine der untersuchten Optionen, sagte einer der Banker, die den Mittelmeer-Anrainer beraten, am Freitag der Thomson Reuters-Fachpublikation IFR. BNP Paribas, Deutsche Bank, HSBC und Lazard sollen der Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou dabei helfen, die Schulden-Probleme des Landes in den Griff zu bekommen.
Mexiko hat im August erfolgreichen einen „Jahrhundert-Bond“ platziert und damit einige Banker auf die Idee gebracht, Ähnliches in Griechenland zu versuchen. Mexiko hat mit der Emission im August bereits zum zweiten Mal binnen eines Jahres Anleihen mit dieser ultra-langen Laufzeit im Volumen von einer Milliarde Dollar verkauft. „Die Finanzierungskosten für Griechenland werden fürchterlich sein, aber wichtiger ist, dass die Zahlungsunfähigkeit vermieden wird“, sagte RBS-Zinsstratege Tim Jagger. Die Prämien für Kreditausfall-Versicherungen (Credit Default Swaps) signalisieren derzeit eine 94-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland innerhalb der kommenden fünf Jahre zahlungsunfähig wird.

Dem Banker zufolge würde eine griechische „Jahrhundert-Anleihe“ nach dem Vorbild der sogenannten „Brady Bonds“ aufgebaut. Diese nach dem ehemaligen US-Finanzminister Nicholas Brady benannten Papiere dienten in den 1980er Jahren der Refinanzierung einiger zahlungsunfähiger Staaten in Lateinamerika und hatten meist eine Laufzeit zwischen zehn und 30 Jahren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schuldenkampf: Griechenland plant die Jahrhundert-Anleihe"

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  • Eine grandiose Idee, aber warum nicht gleich eine 3-Tausendjahr-Anleihe? Man stelle sich vor, der gute Diogenes in der Tonne hätte damals eine Anleihe ausgegeben. Dann könnten wir diese jetzt einlösen, allerdings ist das Land gerade pleite. Besser wäre vielleich eine Zeus-Anleihe, verbunden mit der Hoffnung auf göttliche Rückzahlung. Aber ernsthaft: Wenn die griechische Regierung über solche "Berater" verfügt, dann fragt man sich, auf welchem Stern diese Leute leben.

  • @ Ramlon
    Sie missverstehen die wahre Umverteilung. Das bisschen Geld was die Schwachen von den Starken (D, NL, DK) bekommen ist peanuts verglichen mit der wahren Umverteilung: von unten nach oben. Seit der Deregulierung sind Banken nur noch gigantische Geldabsaugapparate, die der brav arbeitenden und nichtsahnenden DummTV-glotzenden Bevölkerung und den nächsten Generationen gleich mit das Geld absaugen. Mal mit "City-boys" (Londoner trader...) oder "Street-guys" (NY trader, banker...) geplaudert: die lachen sich kaputt über die dummen braven Leutchen und verdienen für Casinospiele und Champagner munter (Anfangsgehalt für einen 25-Jährigen Trader frisch von der Uni, z.B. bei JP Morgan: 500,000 Pfund....
    DAS, mein Bester, ist die wirkliche Umverteilung.


  • Ich will das alles nicht glauben. Entweder die Qualitaet des Kokslieferanten passt sich der krisenhaften Entwicklung an, oder das Irrenhaus hat unbegrenzt freien Ausgang. Es wird wohl Zeit, die Barbestaende abzuheben und in Kruegerrand zu investieren. Bei der Bargeldnot rumpeln dann unsere Banken gleich mit.
    Eine andere Alternative ist für mich nicht in Sicht, zudem warnt Ackermaennchen Trulla-Berlin vor einer Italienpleite. Trifft seine Meinung zu, bleibt nur der vergrabene Münzschatz im Garten.

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