Schuldenkrise in Europa
Hohe Renditen auf Italiens Staatsanleihen

Die Gerüchte über die massiven Schuldenprobleme Italiens zeigen eine direkte Reaktion: Die Zinsen für Staatsanleihen des Landes steigen. Immerhin verlief eine Auktion erfolgreich.
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Rom/Mailand/Athen Das ins Visier der Märkte geratene Italien muss für frisches Geld deutlich mehr Zinsen zahlen als zuletzt. Bei der Emission eines Geldmarktpapiers mit zwölf Monaten Laufzeit im Volumen von 6,75 Milliarden Euro verlangten die Investoren am Dienstag eine Rendite von 3,67 Prozent. Dies ist der höchste Zinssatz seit September 2008.

Zuletzt hatte das Mittelmeerland den Anlegern bei einer vergleichbaren Auktion nur 2,14 Prozent bieten müssen. Auch die Nachfrage war nicht mehr ganz so hoch wie zuletzt: Die Anleihe war 1,55-fach überzeichnet. Bei der Auktion im Juni überstieg die Nachfrage das Angebot noch um das 1,7-Fache.

Auch die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen Roms lag erstmals seit 1997 - also noch vor der Euro-Einführung - zeitweise über die Marke von sechs Prozent. An der Höhe der Rendite bemisst sich die Gefahrenzulage, die der Kapitalmarkt für das jeweilige Land verlangt.

Experten verweisen allerdings darauf, dass Italien trotz der Gerüchte um seine Schuldentragfähigkeit somit zumindest das angestrebte Emissionsvolumen erreicht habe: „Das sollte dem Markt auf kurze Sicht etwas Erleichterung verschaffen. Auch die Rendite hätte durchaus höher ausfallen können, wenn man die jüngsten Nackenschläge für Italiens Kreditwürdigkeit bedenkt“, meint Peter Chatwell von Credit Agricole.

Auch Spanien spürt Renditedruck

Auch in Spanien - nach Italien die viertgrößte Euro-Wirtschaft - legten die Renditen zeitweise stark zu. In Deutschland hingegen liegt die zehnjährige Rendite mit 2,5 Prozent wesentlich niedriger. Dies ist Ausdruck des hohen Zutrauens der Investoren in die Bonität Deutschlands. Italien und Spanien - die dritt- und viertgrößte Euro-Wirtschaft - sind in den vergangenen Tagen an den Finanzmärkten stark in Bedrängnis geraten.

Im Vergleich: In den bereits geretteten Euro-Ländern Griechenland, Irland und Portugal liegen die zehnjährigen Zinsen aktuell bei 16 Prozent, 12,7 Prozent und 12,2 Prozent - also deutlich höher als in Italien und Spanien

Bis zum Mittag entspannte sich die Lage an den Rentenmärkten Italiens und Spaniens wieder etwas. Händler spekulierten über Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB). Im Mai 2010 hatte die Notenbank im Zuge der Griechenland-Rettung damit begonnen, Staatsanleihen am Sekundärmarkt zu kaufen. Seit mittlerweile 15 Wochen hatte die EZB aber nach eigenen Angaben keine Anleihen mehr erworben. Im Mittagshandel lag die Rendite in Italien wieder deutlich unter der Sechs-Prozent-Marke, in Spanien knapp darüber.

Kaum Erleichterung verspürte unterdessen Griechenland bei der Ausgabe eines Geldmarktpapiers mit sechs Monaten Laufzeit: Die Investoren verlangten für die Schuldtitel eine Rendite von 4,90 Prozent und damit kaum weniger als zuletzt, als 4,96 Prozent fällig wurden. Die Emission im Volumen von 1,625 Milliarden Euro war 2,88-fach überzeichnet. Damit waren die Papiere etwas gefragter als bei der Auktion von Mitte Juni, die nur 2,58-fach überzeichnet war. Allerdings griffen diesmal weniger ausländische Investoren zu: Ihr Anteil lag bei 22 Prozent, Mitte Juni waren es noch 37 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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    Firt come

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