Schuldenschnitt-Gerüchte
HGAA-Anleihen unter Druck

Die kriselnde österreichische Staatsbank Hypo Alpe Adria bekommt durch die Spekulationen über einen Schuldenschnitt Probleme mit ihren Anleihen. Ein Sprecher wies solche Planspiele daher umgehend zurück.
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LondonSpekulationen über einen Schuldenschnitt bei der Hypo Alpe Adria setzen die Anleihen der kriselnden österreichischen Staatsbank unter Druck. Mehrere Medien hatten ohne Angabe von Quellen berichtet, dass einige Vertreter des Finanzministeriums einen solchen Schritt favorisieren, um den Schuldenberg der Bank zu verkleinern. Dieser würde auch unbesicherte Gläubiger wie die ehemalige Mutter BayernLB betreffen, die noch mehr als zwei Milliarden Euro an Krediten in der Kärntner Bank hat.

Ein Hypo-Sprecher wies derartige Planspiele zurück. „Die Bank verfolgt keine solchen Pläne. Wir sind auch nicht informiert oder in Kenntnis darüber, dass das der Eigentümer macht“, sagte er. An der Börse halten manche Investoren einen solchen Schritt aber dennoch für möglich. „In der neuen Welt ist alles möglich. Ich würde es nicht ausschließen“, sagte ein Banker. Das spiegelte sich in den Kursen: Am Freitag waren Investoren nur noch bereit, für Hypo-Anleihen mit einer Laufzeit bis 2016 90,30 Prozent des Nennwerts zu bezahlen - nach 98,5 Prozent am Mittwoch. Papiere mit einer Laufzeit bis 2017 haben seither neun Prozentpunkte an Wert verloren.

Zu größeren Turbulenzen am Markt dürfte ein möglicher Schuldenschnitt nach Einschätzung von Experten dennoch nicht führen. „Jeder, der nicht weiß, wie schlecht es um die Bank steht, hat auf einem anderen Planeten gelebt. Ich denke nicht, dass Investoren überrascht wären oder ausflippen“, sagte ein anderer Banker.

Die Hypo Alpe Adria wurde 2009 verstaatlicht. Eigentlich garantiert das Bundesland Kärnten für einen Großteil der Anleihen, die die Bank aufgenommen hat - ähnlich wie die deutschen Bundesländer bei den Landesbanken. Zuletzt waren diese Haftungen noch rund 14 Milliarden Euro schwer. Bis dann haftet das Land für die Bank. Weil diese Last für Kärnten zu groß ist, ist in der Vergangenheit stets der österreichische Staat eingesprungen, um die Probleme bei der Krisenbank zu lösen.

Im Zuge eines "freiwilligen" Schuldenschnitts könnten Anleihegläubiger drei „alte“ Bonds mit Landeshaftung in zwei „neue“ Papiere mit Bundeshaftung eintauschen, hatte der „Standard“ berichtet. Das sei für die Gläubiger besser als auf die Abwicklung einer komplexen Insolvenz zu warten. Eine solche hatten Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Liebscher und Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny jedoch bereits ausgeschlossen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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