Schuldenschnitt: Wette auf Griechenland-Pleite zahlt sich aus

Schuldenschnitt
Wette auf Griechenland-Pleite zahlt sich aus

Die vom Schuldenschnitt betroffenen Anleihen Griechenlands sind kaum noch etwas wert. Wer mit Kreditausfallversicherungen auf eine Pleite spekuliert hat, ist aber fein raus. Bald fließen Milliarden als Entschädigung.

Es ist das große Reinemachen vor dem Zahltag: Banken und Großinvestoren haben in einer Auktion ermittelt, was nach dem Schuldenschnitt der Griechen übriggeblieben ist. Der Restwert der Griechen-Bonds beträgt 21,5 Prozent ihres ursprünglichen Nennwerts. Dies teilten die beiden Auktionsleiter, der Datenanbieter Markit und die auf Kreditderivate spezialisierte Handelsplattform Creditex, am Montagnachmittag mit.

Der Ablauf dieses Auktionsverfahren lief nach einem bewährten Protokoll ab: Es trägt den technischen Titel „Auction Settlement and Restructuring CDS Protocol“, in der Derivate-Branche auch bekannt unter dem Spitznamen „Small Bang“.

Damit lässt sich der Schaden für die Investoren genau taxieren - sie haben fast 80 Prozent verloren. In einem zweiten Schritt wird nun berechnet, wie hoch die Entschädigung für diejenigen ausfällt, die mit Kreditausfallversicherungen – Credit Default Swaps (CDS) – spekuliert haben.

Mit CDS sichern sich Investoren bei anderen Investoren vor dem Zahlungsausfall eines Schuldners ab und zahlen dafür jährlich eine Prämie. Sie profitieren aber nicht nur bei einem Zahlungsausfall, sondern auch dann, wenn die CDS-Prämien steigen und sie so ihren Schutz teuer an andere Investoren weiterverkaufen können.

Das US-Abwicklungshaus DTCC beziffert das Gesamtvolumen aller Griechenland-CDS auf rund 70 Milliarden Dollar. Da viele der großen Spieler am CDS-Markt die Ausfallversicherungen aber nicht nur verkauft, sondern auch gekauft haben, liegt die Nettosumme deutlich niedriger.

Wer seine Bestände über CDS abgesichert hat, erhält von den Emittenten den Nennwert der Bonds abzüglich dem Restwert, der sogenannten "Recovery Rate". Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters sind dies insgesamt 2,5 Milliarden Dollar.

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