Schuldscheine
Bei Großunternehmen verfliegt die Euphorie

Schuldscheine sind für große Unternehmen nach der Finanzkrise aus der Mode gekommen. Zur Refinanzierung nutzen Konzerne wieder andere Kapitalmarktinstrumente, wie beispielsweise Anleihen. Doch für Mittelständler bleiben die Papiere nach wie vor interessant.
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FRANKFURT.In der Finanzkrise haben sich große Konzerne viel Geld über ein spezielles deutsches Refinanzierungsinstrument beschafft, das bei ihnen sonst nur unter ferner liefen rangiert: Schuldscheindarlehen. In den vergangenen Monaten ist das Interesse aber spürbar abgeflaut. "Schuldscheine sind für große Unternehmen, die sich auch über Anleihen finanzieren können, wieder aus der Mode gekommen", sagt Jörg Senger, der das Kapitalmarktgeschäft bei der BayernLB leitet.

Schuldscheine sind Kredite, die privat vor allem von Banken - darunter viele mittelgroße bis kleine Institute sowie Sparkassen und Volksbanken - gekauft werden. Lange Zeit waren Schuldscheine vor allem bei mittelständischen Unternehmen beliebt, die zu klein sind, um Anleihen zu begeben, sich aber unabhängiger von ihren Hausbanken machen wollen.

Investoren müssen kaum Wertveränderungen bilanzieren

Da Schuldscheine nach der Platzierung kaum gehandelt werden, müssen Investoren bei ihnen - anders als bei Anleihen - keine Wertveränderungen bilanzieren. Das machte sie gerade in der Krise, als die Kurse von vielen Unternehmensanleihen fielen, für Anleger besonders interessant. Das erkannten auch große Unternehmen auf der Suche nach Liquidität: BMW, Daimler, Siemens, Deutsche Telekom, Eon, BASF, Metro, Bayer, MAN, SAP und die Deutsche Lufthansa begaben Schuldscheine im Wert von bis zu über einer Mrd. Euro.

"Die Nachfrage nach Schuldscheinen war - auch von ausländischen Investoren - noch im ersten Quartal sehr groß", sagt Markus Ott, Leiter Corporate Finance bei der Lufthansa, die im Februar Schuldscheine über etwas mehr als 600 Mio. Euro begeben hat. Zudem seien die Risikoprämien damals etwas niedriger gewesen als bei Anleihen.

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