Schutzklauseln
Mittelstandsanleihen werden immer sicherer

Viele Mittelständler bieten mittlerweile Schutzklauseln für ihre Anleihen. Doch solche Angebote reichen nicht, um die Bedingungen für Mittelstandsanleihen auf den Stand des Ramschanleihen-Markts zu bringen.
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FrankfurtDer Konkurrenzkampf wird härter. Nach Stuttgart, Frankfurt und Düsseldorf buhlt nun auch die Börse Hamburg-Hannover um die mittelständische Kundschaft und richtet eine eigene Plattform für Mittelstandsanleihen ein.

Die Unternehmen erhalten über die Börsen einen direkten Zugang zum Kapitalmarkt, nehmen einen Kredit also bei Investoren statt bei der Bank auf. Bisher haben unter anderem die Fluggesellschaft Air Berlin, der Anlagenbauer Dürr, der Schnapshersteller Underberg sowie Unternehmen aus der Ökobranche ihre Anleihen platziert. Bei Zinsen von sieben Prozent und mehr greifen auch Privatanleger gerne zu.

Noch ist der Markt überschaubar, aber er wächst stetig. 13 Mittelstandsanleihen im Volumen von über 700 Millionen Euro wurden in diesem Jahr bereits begeben, das ist schon fast so viel wie im gesamten Vorjahr. Im größten Segment, BondM, in Stuttgart kamen 2011 bereits zehn neue Anleihen dazu. "Insgesamt rechnen wir bis zum Jahresende mit ungefähr 25 Emissionen", sagt Sabine Traub, Leiterin Primärmarkt der Euwax in Stuttgart.

Der wachsende Markt hat für Anleger einen positiven Effekt: Er führt zu besseren Anleihekonditionen. "Besonders für unbekanntere Unternehmen wird es wegen des wachsenden Angebots an Emissionen schwieriger, Anleihen zu platzieren", sagt Peter-Thilo Hasler vom Finanzierungsberater Blättchen & Partner. Der Leichtmetallräderhersteller Uniwheels oder der Solartechnikproduzent Payom Solar schafften es zum Beispiel nicht, ihr anvisiertes Volumen während des Börsenzeichnungszeitraums einzusammeln. "Weil die Investoren wählerischer sein können, müssen gerade die kleinen Namen inzwischen besondere Kaufanreize für ihre Anleihen in Form von Schutzklauseln oder einer Besicherung anbieten", sagt Hasler.

Schutzklauseln ("Covenants") geben dem Investor zusätzliche Sicherheit gegen einen Zahlungsausfall oder sorgen dafür, dass die Verluste möglichst niedrig ausfallen. Zu den Klauseln gehören beispielsweise, dass ein bestimmtes Verschuldungsniveau nicht überschritten werden darf, keine weiteren Anleihen begeben werden dürfen, die vor der bestehenden Anleihe bedient werden, oder das Recht zur Kündigung bei Chefwechsel.

Ob eine Anleihe solche Klauseln hat, verrät ein Blick ins Wertpapierprospekt: Der Ersatzbrennstoffhersteller FFK Environment zum Beispiel bietet die Anleiherückgabe bei einem Chefwechsel. Der Biogasanlagenbetreiber BKN Biostrom, dessen Emission gerade läuft, hat seine Anleihe mit Einkünften aus der Einspeisevergütung besichert.

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  • Aus Sicht weniger bekannter mittelständischer Unternehmen mindern solche Convenants die Attraktivität der Finanzierung mittels Anleihen natürlich erheblich. Für sie macht es dann doch mehr Sinn, am Bankkredit festzuhalten. Schließlich gibt es auch hier vorteilhafte Neuerungen, z.B. die Finanzierungsplattform www.finpoint.de, über die Mittelständler sehr komfortabel zusätzliche Banken als Finanzierungspartner finden und ihre Finanzierung damit auf eine breitere Basis stellen können.

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