Schwache Wirtschaft
S&P stuft Italien herab

Nächster Schlag für Italien: Das Land wird von der Ratingagentur S&P schlechter bewertet. Der Ausblick bleibt negativ, es drohen höhere Kreditkosten. Die Regierung kann die Aktion nicht nachvollziehen.
  • 22

New YorkDie Ratingagentur S&P hat ihre Bonitätsnote für Italien gesenkt. Die Staatsanleihen der drittgrößten Volkswirtschaft in der Euro-Zone würden nun nur noch mit BBB bewertet nach zuvor BBB+, teilte die US-Agentur am Dienstag mit. Der Ausblick sei weiterhin negativ. Die Entscheidung sei im Lichte der anhaltenden Wirtschaftsschwäche und den Problemen auf den Kreditmärkten gefallen.

Italien drohen damit künftig noch höhere Kosten für neue Kredite, weil ein schlechteres Rating den Investoren ein gestiegenes Ausfallrisiko signalisiert. Aus dem italienischen Finanzministerium verlautete, S&P beziehe sich bei der Herabstufung auf die vergangene Politik und berücksichtige die jüngst beschlossenen Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft noch nicht. Insgesamt sei die Herabstufung und ihre Begründung daher nicht nachvollziehbar.

Italien befindet sich in der längsten Rezessionsphase seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Arbeitslosigkeit ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte Anfang Juli den Konjunkturausblick für das Land. Demnach wird die italienische Wirtschaft 2013 wohl um 1,8 Prozent schrumpfen. Zuvor war der IWF von einem Minus von 1,5 Prozent ausgegangen.

Die italienische Zentralbank hatte der Regierung in Rom zuvor Fortschritte bei der Verringerung ihres Haushaltsdefizits bescheinigt. Die bisherigen Zahlen würden darauf hindeuten, dass das Loch in den öffentlichen Finanzen gemessen an den Kriterien der Europäischen Union in diesem Jahr etwas kleiner ausfallen werde, sagte Zentralbank-Ökonom Andrea Brandolini bei einer Anhörung im Parlament.

Die Daten „scheinen im Einklang zu sein“ mit dem Ziel der Regierung, das Defizit in diesem Jahr auf 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu verringern. Im vergangenen Jahr lag das italienische Haushaltsdefizit bei 3,0 Prozent, was der Defizitgrenze der EU entspricht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • 'Rene' fragt
    ---------------
    Was hat Italien denn an Reformen umgesetzt, mal von Draghis EZB-Geldschleuder abgesehen?
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    1. Sparpaket Berlusconi Juli 2011 - 70 Milliarden 2012-2014

    - Beamtengehälter eingefroren
    - Krankschreibung von Beamten erschwert
    - Personalreduzierungen
    - Gebührenerhöhungen im Gesundheitswesen
    - Kürzung von nicht studienbezogenen Sozialleistungen für Studenten
    - Solidaritätszuschlag auf Pensionen über 90.000 Euro pro Jahr
    - Erhöhung des Rentenalters um 3 Monate
    - Erhöhung des Rentenalters für Frauen auf 65
    - Steuererleichterungen für Benzin reduziert
    - Rationalisierung bei kommunalen Dienstleistungen ("Gemeindereform")
    - Privatisierungen

    Quelle: http://news.orf.at/stories/2068763/2068764/


    2. Sparpaket Berlusconi September 2011 - 54 Milliarden 2012-2013

    - Anhebung der Mehrwertsteuer von 20% auf 21%
    - Reichensteuer für Einkommen über 300.000 Euro
    - Erhöhung der Steuern auf Energieunternehmen
    - Erhöhung der Kapitalertragssteuer
    - Vorverlegung der Erhöhung der Rentenalters für Frauen von 2016 auf 2014
    - Kürzung von Zuschüssen an Regionen und Gemeinden
    - Abschaffung aller Provinzen außer Südtirol und Trentino
    - Begrenzung von Politikergehältern
    - Höhere Besteuerung von Genossenschaften
    - Strafen für Schwarzarbeiter

    Quelle: http://www.stol.it/Artikel/Wirtschaf...-im-Ueberblick

    3. Sparpaket Berlusconi Oktober 2011

    - Stufenweise Anhebung des Rentenalters auf 67 bis 2026
    - Mehr Privatisierungen

    Haushaltsdefizit (%BSP)

    2009: 5,4%
    2010: 4,3%
    2011: 3,7%
    2012: 2,9%









  • Zitat:

    ... wenn Sie an Fakten interessiert sind, können Sie diese bei E U R O S T A T nachlesen...
    ------------------------------------------------------

    les seit Jahren u.a griechische Statistiken....( zur pers. Erbauung )

    Zahlenwerk neuerer EU Staaten gelten ebenfalls als "punktuelle Landung" . Vor allem bei landwirtschaftliche Nutzflächen, Viehbestand bzw. Produktexportzahlen fliessen Dank "unmanipulierbarer Datenwerken" alle späteren Entscheidungsfaktoren zuverlässig ein.
    Ausgehende "EU Subvention" passt zumindest mit Datenmaterial überein.

    Welch grandios-einfältige "EU Jubelkommunionfeier" auf einen fiktiven Statistik-Misthaufen.

    Zeit Sandkörner zu schaufeln, menschliche Dummheit ist in der Tat grenzenlos. Armer Rechner....

  • Die brauchen sich nicht aufzuregen. Was hat Italien denn an Reformen umgesetzt, mal von Draghis EZB-Geldschleuder abgesehen?

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