Schwäche nur bei Unternehmensbonds – Deutsche Aktien- und M&A-Transaktionen enttäuschen
Anleihen bescheren Banken auchin diesem Jahr gute Geschäfte

Das Geschäft mit neuen Anleihen bleibt die große Stütze im Investment-Banking. Während vor allem in Deutschland Fusionen und Übernahmen (M&A) und Aktienplatzierungen enttäuschen, brummen die Anleiheemission weiter.

cü/rob FRANKFURT/M. In Europa wurden nach Angaben des Informationsdienstes Dealogic in diesem Jahr neue Anleihen über knapp 528 Mrd. Dollar emittiert, das sind rund 16 % mehr als in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres.

Große Treiber waren neben der Verbriefungen von Forderungen vor allem Anleihen von Banken und Versicherern, Staaten und staatsnahen Institutionen. Diese Emittenten nutzten weiter das historisch niedrige Zinsniveau, um sich günstig zu refinanzieren. Anders sieht es dagegen mit neuen Anleihen von Industrieunternehmen aus Europa ein. In den ersten drei Monaten wurden nur neue auf Euro lautende Corporate Bonds über gut 20 Mrd. € begeben und damit weniger als die Hälfte des Volumens des Vorjahresquartals. „Der Einbruch ist ziemlich dramatisch“, sagt Eirik Winter, Managing Director der Citigroup. Allzu überraschend sei der Rückgang aber nicht gekommen, weil viele Unternehmen bereits 2003 Refinanzierungen über Anleihen vorgezogen hätten.

Neues Geschäft sieht er auch dadurch, dass Unternehmen ausstehende Anleihen zurückkaufen und durch länger laufende Papiere ersetzen. „Dadurch profitieren sie von den niedrigen Zinsen“, sagt Winter. Ein Beispiel für solche Transaktionen sei die Emission von Linde. „Die Lage bei Unternehmensbonds könnte sich verbessern, wenn das M&A-Geschäft anzieht“, hofft Winter. Er kann sich vorstellen, dass Übernahmen schneller als früher über Anleihen refinanziert werden. Allerdings kann das M&A-Geschäft in Deutschland nicht überzeugen. Weltweit stieg das Volumen hingegen um 79 % auf 567,7 Mrd. $, in Europa kletterte es um 22 % auf 190,8 Mrd. $.

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