Schweizer Franken
Anleger greifen nach Notenbankaktion bei Bundesanleihen zu

Überraschend hob die Schweizer Nationalbank den Mindestkurs des Schweizer Franken. An den Börsen herrscht Tumult und Anleger sind auf der Suche nach Sicherheit. Sie werden fündig in Anleihen.
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FrankfurtDeutsche Bundesanleihen haben am Freitag weiter zugelegt. Aufgrund der Verunsicherung an den Märkten nach den Maßnahmen der Schweizerischen Nationalbank am Vortag waren als sicher geltende Anlagen bei Investoren stärker gefragt.

Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentierten zuletzt mit 0,44 Prozent drei Basispunkte tiefer. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um 38 Basispunkte auf 157,82 Prozent.

Bei den zehnjährigen Schweiz-Bonds sank die Rendite um zwölf Basispunkte auf minus 0,08 Prozent. Zehnjährige Anleihen aus der Euro-Peripherie verzeichneten mit Ausnahme der Griechenland-Bonds ebenfalls Kursgewinne. Die Renditen gingen um bis zu zwei Basispunkte zurück.

Die SNB hatte am Donnerstag überraschend ihren Mindestkurs für den Euro von 1,20 Franken aufgehoben und den Einlagenzins auf minus 0,75 Prozent gesetzt. Die effektive Rendite des Global Broad Market Sovereign Plus Index von Bank of America Merrill Lynch fiel mit 1,15 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Datensammlung 1996.

„Die SNB war eine weitere Bestätigung dafür, dass etwas kommen wird“, sagte Michael Leister, Leitender Zinsstratege bei der Commerzbank AG in Frankfurt. Sie habe aber auch einige weitere Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zentralbanken generell gesät, fügte er an. Insbesondere das stütze die Bundesanleihen. Ein Staatsanleihekaufprogramm (QE) der Europäischen Zentralbank sei bereits eingepreist, so dass es zu einer deutlichen Trendumkehr am Markt kommen werde, wenn QE doch nicht kommen sollte, sagte Leister.

Deutliche Kursverluste gab es bei Griechenlandland- Anleihen. Die Rendite kletterte um bis zu 35 Basispunkte auf 9,22 Prozent. Zwei griechische Banken, die Alpha Bank und die Eurobank, haben nach eigenen Angaben um Notfall- Liquiditätshilfen (ELA) ersucht. Das Volumen soll nach Angaben der Zeitung „Kathimerini“ bei über 5 Mrd. Euro liegen. ELA- Gelder müssen von der EZB genehmigt werden und werden zur Verbindlichkeit der griechischen Zentralbank. Zur Begründung verwiesen die Banken auf den zunehmenden Abfluss von Einlagen vor den anstehenden Wahlen.

Am Markt für US-Staatsanleihen gab es wenig Bewegung. Zehnjährige Treasuries rentierten mit 1,72 Prozent. Im Tagesverlauf stehen eine Reihe von Konjunkturindikatoren an, darunter die Verbraucherpreisentwicklung im Dezember, die Industrieproduktion und der Index der Universität von Michigan.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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