Schweizer Notenbank hält Bundesanleihen
Der größte Gläubiger Deutschlands unter Druck

Die Schweizer Notenbank, von Experten als größter Hedgefonds der Welt bezeichnet, hält vermutlich deutsche Bundesanleihen im Wert von 100 Milliarden Euro. Die Freigabe des Wechselkurses dürfte gravierende Folgen haben.
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DüsseldorfDas ist kein gutes Geschäft. Erst Ende des vergangenen Jahres sind die Devisen-Reserven der Schweizer Notenbank um mehr als 30 Milliarden Euro auf rund 500 Milliarden Euro gestiegen - und diese haben mit der Entscheidung vom Donnerstag, den festen Wechselkurs des Schweizer Franken von 1,20 gegenüber dem Euro freizugeben, schlagartig an Wert verloren. Denn der Euro fiel gegenüber dem Franken zwischenzeitlich auf 85 Cent, hat sich aber mittlerweile auf eine Parität gegenüber eingependelt. Fast 50 Prozent der Bilanz der Devisenreserven der Schweizer Nationalbank sind in auf Euro ausgestellte europäische Staatsschulden investiert.

Und das angekündigte Staatsanleihen-Kaufprogramm der EZB dürfte den Euro-Kurs weiter unter Druck setzen. Zwar sagte SNB-Chef Jordan sagte gestern auf Nachfrage zwar, die aktuelle Entscheidung habe nichts mit der EZB zu tun, doch ein weiterer Kursverfall des Euros dürfte ihr gigantische Verluste bescheren. Was nicht ohne Auswirkungen auf die Rendite von deutschen Staastanleihen haben dürfte.

Denn die Schweizer Notenbank gilt als der größte deutsche Gläubiger. Sie hält nach Schätzungen von Experten 100 Milliarden an deutschen Staatsanleihen, rund ein Zwölftel der gesamten deutschen Staatsschulden. Bei einem Gesamtwert dieser Papiere von rund 1,2 Billionen Euro bedeutet dies, dass Deutschlands südlicher Nachbar deutlich mehr als acht Prozent davon besitzt. „Die Schweiz ist inzwischen einer der größten Hedgefonds der Welt“, sagte Christian Heger, Chefanlagestratege bei HSBC Global Asset Management in Deutschland, bereits Anfang 2013. Damals lagen die Devisen-Reserven nur bei 430 Milliarden Euro.

Als Folge der gestrigen Wechselkurs-Entscheidung stieg der Kurs der deutschen Bundesanleihen am Freitag weiter. Denn aufgrund der Verunsicherung an den Märkten nach den Maßnahmen der Schweizerischen Nationalbank am Vortag waren als sicher geltende Anlagen bei Investoren stärker gefragt. Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentierten zuletzt mit 0,46 Prozent einen Basispunkt tiefer. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um 25 Basispunkte auf 157,56 Prozent. Bei den zehnjährigen Schweiz-Bonds sank die Rendite um drei Basispunkte auf 0,012 Prozent. Zehnjährige Anleihen aus der Euro-Peripherie tendierten seitwärts.

Doch wer kauft eigentlich noch Bundesanleihen? Denn deren Rendite bis zu fünf Jahren Laufzeit ist negativ. Dennoch ist die Nachfrage nach solchen Wertpapieren unverändert hoch, bestätigt Oliver Eichmann, Anleihenexperte von der Deutschen Asset & Wealth Management, der Fondstochter der Deutschen Bank.

Erstmalig vor gut drei Jahren wiesen die Bundesanleihen einen negativen Zinssatz aus. Einen Zustand, den sich lange kein Experte vorstellen konnte. Damals sagte Unicredit-Experte Kornelius Purps: „Aber in so unsicheren Zeiten wie diesen gilt: return of money geht vor return on money.“ Doch drei Jahre später ist der Negativzins noch weiter gestiegen und liegt bei einer Anleihe mit zweijähriger Laufzeit bei minus 0,12 Prozent.

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Negativrendite könnte weiter steigen

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  • sehr geil, der Schweizer Penner ist bald wirklich reicher als ein deutscher Arbeiter ... danke CDUSPDGrüne!

  • Lieber der größte Hedgefonds der Welt (SNB) als die größte Bad Bank der Welt (EZB).

    Und in Griechenland hat der Bank Run schon lange begonnen ... und er wird auch noch ewig weitergehen, da die Griechenbanken permanent mit frischem Geld nachgefüttert werden.

    Der EUR ist klinisch tot, schaltet endlich die Geräte ab und investiert das Geld der Steuerzahler sinnvoll.

    UNFASSBAR, diese Ignoranz von Merkel&Co ...

  • Die Eurostütze durch den Sfr geht ja bereits seit vielen Jahren so.

    Jeder konnte sich darauf einstellen, hier den größten Gläubiger des Euro und auch Deutschlands wachsen zu sehen. Gelegentlich war das sogar Thema im Medienwald - aber viel zu selten, um so auch die Gefahren durchblicken zu können.

    Nun haben sie sich zum Teil jedenfalls realisiert.
    Das ist gut so und der Weckruf der SNB gegen den planwirtschaftlich beackerten Markt kommt hoffentlich nicht ganz zu spät.

    Devisenhändler scheitern am Margincall, Investoren verlieren endlich mal wieder Geld.
    Der Markt schleicht sich endlich wieder heran.
    Dem sollten entsprechende Reaktionen folgen - und die Liquidität global ausdünnen.

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