Schwellenländer-Bonds 2014
Rendite für Geduldige

Das Verhalten der US-Notenbank hat Anleger in Schwellenländern sehr beunruhigt. Sie zogen Kapital ab. Doch wer 2014 genau hinschaut, kann dort wieder ordentliche Renditen einfahren.
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Lutz Röhmeyer ist Risiko gewohnt. Der Fondsmanager von der LBB Invest schreckt auch nicht vor afrikanischen Anleihen, Venezuela-Bonds oder Ukraine-Anleihen zurück. Um auf dem Laufenden zu bleiben und Risiken zu überblicken, steht der Investor im ständigen Austausch mit politischen Analysten vor Ort. Auf diese Weise findet der Bond-Experte auch in schlechteren Zeiten Renditebringer für sein Portfolio.

Anleihen von Venezuela sind so ein Beispiel. Zwar ging das Land immer wieder durch verschiedene politische Krisen, zuletzt etwa mit dem Tod von Hugo Chavez. Aber die Gläubiger bezahlte der Öl-Staat stets aus. „So lange das Öl fließt, können sie da nichts falsch machen“, sagt Röhmeyer.

Bei Emerging-Market-Anleihen lohnt sich also immer auch ein zweiter Blick – auch in 2014. Das zurückliegende Jahr lief ähnlich wie bei Schwellenländer-Aktien mau. Die Ankündigung der US-Notenbank Fed, ihre Anleihekäufe zu reduzieren, ließ die Kurse für Schwellenländer-Anleihen fallen und die Renditen steigen.

Dollar-Anleihen und lokale Währungsanleihen der Schwellenländer verloren zwischenzeitlich so viel wie seit 1998 und 2003 nicht mehr. Pimco‘s Emerging Market Bond Fund brach in diesem Jahr um über sechs Prozent ein, nachdem der Fonds über die vergangenen fünf Jahre elf Prozent Rendite eingefahren hatte.

Im vergangenen Quartal sind zudem etwa die Handelsvolumina von Schwellenländer-Anleihen sowohl in Lokalwährungen als auch in Euro und Dollar stark gesunken. Besonders häufig wurden allerdings noch mexikanische Schuldtitel sowie brasilianische, indische und südafrikanische gehandelt. Experten meinen, dass bei diesen Titeln die Renditechancen die Risiken ausgleichen.

„Nach dem Jahrzehnt der Schwellenländerhausse sehen Investoren besonders nach Ankündigung der Fed zur Normalisierung bessere Chancen anderswo“, sagt Röhmeyer. „ Der Kapitalabzug wird sich erst mal fortsetzen.“

Doch Experten hoffen auf die zweite Jahreshälfte. Es sprechen mehrere Dinge für Emerging Markets als Anlageklasse im Allgemeinen sowie für Bonds im Speziellen. Die Fundamentaldaten der Staaten sind solide. Sie haben geringe Schulden und die Volkswirtschaften wachsen zudem. Erstmalig in diesem Jahr haben die Schwellenländer mit 50 Prozent den Anteil am globalen BIP überstiegen. Das dürfte auch die Ratings der Anleihen heben oder zumindest stabil halten.

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