Schwellenländer
Ecuador rudert bei Anleihen zurück

Mit seiner Ankündigung, "illegale" Anleiheschulden nicht zahlen zu wollen, hat Ecuadors Präsident Rafael Correa die internationalen Investoren aufgeschreckt. Jetzt schlägt seine Außenministerin versöhnlichere Töne an. Komplett gebannt ist die Gefahr für Anleger aber noch nicht.

SÃO PAULO. Ecuador werde die Abzahlung seiner Auslandschulden nur einstellen, falls gerichtlich nachgewiesen würde, dass die Schulden illegal seien, erklärte die Außenministerin Maria Isabel Salvador. Letzte Woche hatte Präsident Rafael Correa verkündigt, dass seine Regierung keine "illegale oder unter Korruption entstandene Schuld" zurückzahlen werde. Zuvor hatte eine von ihm ernannte Kommission die gesamten Anleihen Ecuadors in Höhe von rund zehn Mrd. Dollar auf ihre Legitimität überprüft und "schwerwiegende Mängel" festgestellt. Ecuador hat die Zahlung von Zinsen in Höhe von 31 Mio. Dollar auf einen Bond mit der Laufzeit bis 2012 ausgesetzt. Bis zum 15. Dezember muss Ecuador die Zinsen zahlen, sonst gilt das Andenland als zahlungssäumig, wie zum letzten Mal 1999. Alle Ratingagenturen haben Ecuadors Anleihenrisiko bereits auf Default-Niveau erhöht.

Die versöhnlichen Töne aus der Regierung erklären sich mit dem diplomatischen Druck, den Brasilien ausübt, nachdem Ecuador letzte Woche einen Kredit der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES in Höhe von 243 Mio. Dollar vor dem Internationalen Gerichtshof angefochten hat. Brasilia beorderte seinen Botschafter zurück, und Außenminister Celso Amorim erklärte, dass man weitere Finanzspritzen an Ecuador prüfen müsse. Ecuador kauft derzeit für seine Luftwaffe mit brasilianischem Geld Flugzeuge von Embraer für 261 Mio. Dollar. Zuvor hatte Corea die zwei brasilianischen Konzerne Petrobras und Odebrecht des Landes verwiesen.

Gleichzeitig erklärte Alejandro Olmos, ein Mitglied der Kommission, welche die Rechtmäßigkeit der Außenschuld Ecuadors überprüft, dass ein Aussetzung der Zinszahlungen auf die Anleihen ohne Rechtsentscheid als Grundlage für Ecuador "eine Katastrophe" wäre. "Ausländische Gläubiger könnten überall in der Welt ecuadorianisches Eigentum beschlagnahmen", sagte Olmos.

Alexander Busch
Alexander Busch
Handelsblatt / Korrespondent Südamerika
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