Sechs-Monats-Papiere
Italien mischt den Kapitalmarkt auf

Der Verkauf der sechsmonatigen Bonds ging erfolgreich über die Bühne. Für die Anleger war die Rendite so niedrig wie seit beinahe drei Jahren nicht mehr. Länger laufende Titel stehen noch aus.
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FrankfurtItalien hat auch am Dienstag den Kapitalmarkt erfolgreich angezapft. Die Regierung verkaufte problemlos Geldmarktpapiere mit einer Laufzeit von sechs Monaten für 8,5 Milliarden Euro. Dabei bot sie den Anlegern mit 0,73 Prozent eine so niedrige Rendite wie seit März 2010 nicht mehr. Ende Dezember hatte die Renditen noch bei 0,95 Prozent gelegen.

Händler sagten, viele Anleger betrachteten die italienischen Bonds trotz der sinkenden Renditen als attraktiver als beispielsweise deutsche Anleihen. Der Bund zahlt für vergleichbare Papiere so gut wie gar keinen Zins. Anleger, die mit deutschen Bundesanleihen eine Rendite von rund 0,7 Prozent einstreichen wollen, müssen schon Anleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren kaufen.

"Die Auktion zeigt, dass die Anleger derzeit die sicheren Häfen hinter sich lassen und nach Investitionen suchen, die mehr Rendite bringen", erklärte ING-Analyst Alessandro Giansanti. "Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich das Interesse an italienischen Anleihen auch dann noch hält, wenn - wie morgen - länger laufende Titel begeben werden." Am Mittwoch will Italien über Auktionen von fünf- und zehnjährige Bonds bis zu 6,5 Milliarden Euro aufnehmen. Damit hätte Italien schon 15 Prozent des für das Gesamtjahr geplanten Bond-Volumens begeben.

Am Sekundärmarkt zogen die die Kurse der italienischen Anleihen leicht an, so dass die Renditen im zehnjährigen Bereich zwei Basispunkte auf 4,18 Prozent nachgaben. Auch die Renditen der spanischen Anleihen gingen über alle Laufzeiten leicht zurück. Doch die Anleger kauften nicht nur die renditestarke Anleihen, sie stiegen auch wieder bei deutschen Bundesanleihen ein. So kletterte der Bund-Future um 32 Ticks auf 142,11 Punkte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sechs-Monats-Papiere: Italien mischt den Kapitalmarkt auf"

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  • wie gehabt ! alles auf schulden.

    und wer zahlt's ? der deutsche sparer und steuerzahler.

    alles alternativlos. wie unsere parteien.

  • Ist das ein Recycle des gleichartigen Artikels heute morgen (nur ohne Kommentare)?
    Schön, wir haben es kapiert, die Eurokrise ist ganz bestimmt vorbei. Da braucht Ihr wirklich nicht über die Selbstverständlichkeit berichten, daß ein Euroland wie Italien Kurzläufer!!!! billig platzieren konnte (die eh praktisch über die EZB glaubhaft abgedeckt sind - also in 6 Monaten geht vermutlich die Welt nicht unter).
    Oder ist die Krise etwa doch nicht vorbei und die Herde muß beruhigt bzw. angefeuert werden?

  • Krise vorbei und alles wieder Paletti oder was kommt noch?
    Wir brauchen also nur Geld in den Markt zu Pumpen und schon geht die Party wieder von vorne los?
    Ich frage mich nur wann und wie die Geldbombe hoch geht?

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