Sicherheit gefragt
Schwache Konjunkturdaten helfen Bundesanleihen

Konjunktursignale aus Deutschland haben die Anleger enttäuscht. Investoren scheinen an der wirtschaftlichen Erholung zu zweifeln und kaufen Bundesanleihen. Dabei gab doch vorher noch gute Signale.
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FrankfurtDeutsche Bundesanleihen haben am Dienstag zugelegt. Konjunktursignale aus Deutschland waren überraschend schwächer ausgefallen als erwartet. Die relative Sicherheit der Papiere war auch angesichts der deutlichen Kurverluste an den Aktienbörsen weltweit stärker gefragt.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, sind die deutschen Erzeugerpreise im Juli um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. In einer Umfrage von Bloomberg hatten Ökonomen erstmals seit sechs Monaten mit einem Anstieg gerechnet, und zwar um 0,2 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag der Preisanstieg mit 0,5 Prozent unter der Erwartung von 0,7 Prozent Erhöhung.

Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentierten zuletzt bei 1,86 Prozent vier Basispunkte niedriger. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um 46 Basispunkte auf 140,39 Prozent.

Am Montag war die zehnjährige Rendite mit bis zu 1,92 Prozent auf den höchsten Stand seit dem 27. März 2012 gestiegen, nachdem sie in der Vorwoche um 20 Basispunkte geklettert war. Die Volkswirtschaft der Eurozone war im zweiten Quartal erstmals seit sechs Quartalen wieder gewachsen.

„Einige der Indikatoren waren stark, aber das muss in den nächsten Wochen und Monaten erst noch erhärtet werden”, sagte Werner Fey, Fondsmanager beim Frankfurt Trust Investment GmbH in Frankfurt.

Trotz des Renditeanstiegs haben sich deutsche Bundesanleihen angesichts der Aussicht auf eine Reduzierung der geldpolitischen Konjunkturanreize in den USA besser gehalten als US-Treasuries und britische Gilts: Bundesanleihen kommen dieses Jahr bis zum 16. August auf Verluste von 2,3 Prozent, während Treasuries um 3,6 Prozent abgerutscht sind und Gilts 4,7 Prozent eingebüßt haben.

Bei den Peripheriebonds pendelten die Kurse mit geringen Ausschlägen um die Vortagswerte. Zehnjährige spanische Anleihen rentierten zuletzt bei 4,39 Prozent, italienische Papiere bei 4,28 Prozent etwas höher, Portugal-Bonds bei 6,24 Prozent.

Am Markt für US-Staatsanleihen sind die Kurse deutlich gestiegen. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten zuletzt bei 2,81 Prozent sieben Basispunkte tiefer. Am Vortag war die zehnjährige Rendite auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren geklettert und technische Indikatoren signalisierten nun eine Trendumkehr. „Die Renditen haben ein Niveau erreicht, das nicht gerechtfertigt ist, bevor es nicht eine vorgezogene Zinserhöhung in den USA gibt”, sagte Hitoshi Asaoka, Leitender Stratege bei Mizuho Trust in Tokio. Da die Inflationsrate aber sehr niedrig sei, bestehe keine Notwendigkeit für eine Zinserhöhung, fügte er hinzu.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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