Sorge um RBS
Moody's senkt Daumen über britische Banken

Bankenkrise und kein Ende: Die Ratingagentur Moody's hat gleich zwölf britische Institute herabgestuft. Die britische Regierung fürchtet laut eines Medienberichts neue Unruhen bei der Royal Bank of Scotland.
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LondonMoody's hat zwölf britische Banken herabgestuft. Die Ratingagentur senkte ihre Bonitätsnoten für Lloyds TSB Bank, Santander UK und Co-Operative Bank um eine Stufe, die Ratings für die Royal Bank of Scotland und Nationwide Building Society nahm sie um zwei Stufen zurück. Außerdem wurden sieben kleinere Institute um eine bis fünf Stufen zurückgesetzt.

Die Bonität von RBS wurde um zwei Stufen auf A2 von zuvor Aa3 herabgestuft, die von Lloyds um eine Stufe auf A1 von Aa3. Es sei zwar weiter davon auszugehen, dass die britische Regierung diese als systemrelevant geltenden Institute im Krisenfall unterstützen würde, teilte Moody's mit. Doch bei kleineren Banken sei das nicht mehr ganz so sicher.

Finanzminister George Osborne versuchte, Bedenken zu zerstreuen. Im BBC-Radio sagte er: „Ich bin überzeugt, dass die britischen Banken gut kapitalisiert und liquide sind. Sie haben nicht die Art von Problemen, die manche Banken in der Eurozone gerade haben.“ Die Entscheidung von Moody's spiegele nur das Bemühen der Regierung wider, künftig möglichst wenig Steuergelder in die Rettung von
Banken zu stecken. Und genau das erwarte die Bevölkerung schließlich.

Mit RBS und Lloyds hatten zwei der vier britischen Großbanken in der Finanzkrise vom Staat gerettet werden müssen. Seither stricken Regierung und Aufseher auf der Insel an einer besonders strengen Regulierung für die Branche. Geplant ist unter anderem die Errichtung eines „Schutzschildes“ um die Spareinlagen, um das Filialgeschäft vom riskanteren Investmentbanking abzuschirmen. Letzteres könnte dann im Krisenfall abgewickelt werden, ohne die gesamte Bank zu gefährden.
Die Aktien von RBS und Lloyds reagierten mit deutlichen Verlusten auf die Rating-Herabstufung. Sie verloren in einem freundlichen
Marktumfeld jeweils rund zwei Prozent. Bereits im Mai hatte Moody's die Ratings für die britischen Banken auf Beobachtung gesetzt. .

Die Nachricht von der Herabstufung trifft mit einem Pressebericht zusammen, dem zufolge in der britischen Regierung die Sorge vor einem neuem Kapitalbedarf der Royal Bank of Scotland (RBS) wächst. „Wenn es in Europa eine breite Bewegung zur Rekapitalisierung von Banken gibt, dann ist es denkbar, dass auch die RBS mehr Staatshilfen benötigt“, zitierte die „Financial Times“ einen Regierungsvertreter.

Die RBS hat im Vergleich zu anderen britischen Banken viel Geld in Staatspapieren von Euro-Schuldenländern angelegt. Bereits im ersten Halbjahr korrigierte sie den Wert ihrer griechischen Staatsanleihen von 1,2 Milliarden Euro nach unten. In Italien hat sie noch 4,0 Milliarden Euro im Feuer. Die RBS zählt weltweit zu den größten Verlierern der Finanzkrise von 2008. Sie hatte in den Jahren 2008 bis 2010 einen Verlust von rund 29 Milliarden Pfund angehäuft und musste verstaatlicht werden. 82 Prozent der Aktien liegen derzeit beim Staat. Die Kosten für die Rettung der Bank belaufen sich laut Zeitung bislang auf 45 Milliarden Pfund (52 Milliarden Euro).

Auch an der Börse in Lissabon gaben die Kurse von Bankaktien nach. Denn parallel zu den britischen Banken stufte Moody's auch neun portugiesische Banken zurück. Die Agentur sieht eine Verschlechterung der Finanzstärke der Institute als Folge des hohen Bestandes an portugiesischen Staatsanleihen, der erwarteten Verschlechterung der Anlagen in der Heimat sowie der aktuellen Liquiditätsbeschränkungen für portugiesische Banken. Betroffen von der Herabstufung sind unter anderem die Ratings der Großbanken Banco Comercial Portugues, Banco Espirito Santo und Banco BPI.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)

Kommentare zu " Sorge um RBS: Moody's senkt Daumen über britische Banken"

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  • zeitzeuge
    Arme Völker /Menschen kann man nicht mehr ausbeuten ,
    wenn sie nichts mehr besitzen .

    Ich denke eher ,daß der Mittelstand im jetzigen Level
    gehalten wird .
    In diesem Fall ist der Mittelstand doch viel provitabler
    in der Ausbeute.

  • Die Bilderberger Konferenz ist keine US Amerikanische Erfindung, wurde von Prinz Bernhardt der Niederlande zum ersren mal in 1954 einberufen. Seitdem nehmen mehrheitlich Europär (auch viele gewälte Politiker aus NATO Staaten) an den Konferezen Teil. Die Frage ist nur, warum werden die Protokolle nicht veröffentlicht?

  • Ich plädiere für eine ganz andere Medinzin, die einzige die, wriklich hilft: Art. 20 (4) GG, um unsere eigenens Ungemach zu beseitigen! Wenn jedes Volk sein Quartier in Ordnung hält, dann gibst keine Probleme!

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