Spanien
Caja Madrid zahlt Rekordaufschlag für Spezialbond

Am Dienstag besorgte sich die spanische Sparkasse Caja Madrid 1,25 Milliarden Euro über eine mit Hypotheken gedeckte Anleihe. Dafür mussten die Spanier allerdings tief in die Tasche greifen.
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FRANKFURT. Die Spanier zahlten für den in zweieinhalb Jahren fälligen sogenannten Covered Bond einen Risikoaufschlag von 2,2 Prozentpunkten über dem dreijährigen Interbankensatz, der gestern bei 1,44 Prozent lag. So eine hohe Risikoprämie musste weltweit noch nie eine Bank für einen Covered Bond mit ähnlicher Laufzeit bezahlen.

Covered Bonds sind Anleihen von Banken, die mit Hypotheken oder Staatskrediten gedeckt sind und deshalb als sicherer als herkömmliche Anleihen gelten. Für die Banken sind sie ein wichtiges Instrument zur Refinanzierung.

Das Länderrisiko ist entscheidend

„Die Investoren schauen sehr genau darauf, aus welchem Land ein Institut kommt, und Banken aus den wirtschaftlich angeschlagenen Ländern Spanien, Irland und Portugal müssen deshalb hohe Aufschläge bieten“, sagte Bernd Volk, Analyst für Covered Bonds bei der Deutschen Bank.

Dabei ist zuletzt die Unsicherheit der Anleger mit Blick auf Irland und Portugal wieder gestiegen. Die Renditeabstände zehnjähriger irischer und portugiesischer Staatsanleihen kletterten gestern auf bis zu 3,8 und 3,55 Prozentpunkte im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen. Damit übertrafen sie die Höchststände von Anfang Mai, bevor die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Rettungspaket für überschuldete Mitgliedsländer geschnürt hatten. Die Renditeaufschläge spanischer Staatsanleihen stiegen auf 1,54 Prozentpunkte.

Die Unsicherheit erschwert es auch den Banken aus diesen Ländern, sich zu refinanzieren. Neue größere Anleihen von Banken aus Portugal oder Irland hat es seit Monaten nicht mehr gegeben.

Für die Caja Madrid sei es ein gutes Zeichen, dass es genügend Nachfrage für einen Covered Bond im Wert von über einer Mrd. Euro gegeben habe, meint Volk. Covered Bonds im Volumen von einer Mrd. Euro hatten zuletzt aus Spanien nur Banco Sabadell und die Sparkasse La Caixa platzieren können. Sie zahlten dafür Risikoprämien von 2,1 und 1,75 Prozentpunkten über den Interbankensätzen.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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