Spanien-Emission
Madrid muss mehr für seine Bonds bezahlen

Spanien hat erfolgreich neue Anleihen am Kapitalmarkt platziert. Die Bonds waren gleich mehrfach überzeichnet. Allerdings muss Madrid den Investoren einen hohen Zins zahlen für die Papiere.
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Am Rentenmarkt fassen die Anleger allmählich wieder etwas Mut. Nachdem Spanien zum zweiten Mal in dieser Woche von den Anlegern neues Geld bekam, setzten die Renditen der zehnjährigen Anleihen ihre Abwärtsbewegung fort und entfernten sich damit immer weiter von der als langfristig untragbar Zinshöhen über sieben Prozent. Dagegen nahmen Anleger bei deutschen Bundesanleihen Gewinne mit, so dass deren Renditen leicht anzogen.

Spanien nahm am Rentenmarkt gut zwei Milliarden Euro über zwei-, drei- und fünfjährige Anleihen auf. Dabei musste das Land den Anlegern zwar deutlich höhere Zinsen zahlen. Doch war die Nachfrage relativ hoch, und die Regierung in Madrid konnte sogar etwas mehr Geld einnehmen als ursprünglich geplant. "Eine größere Katastrophe ist ausgeblieben", erklärte Helaba-Analystin Viola Julien. "In Anbetracht der Umstände ist das eine ganz zufriedenstellende Auktion für Spanien, auch wenn die Kosten enorm hoch sind." Die Renditen der spanischen Zehnjährigen rutschten auf 6,53 von 6,77 Prozent am Vorabend.

Dennoch ist die Skepsis weiterhin groß: Italien und Spanien werden nach Einschätzung von Jamie Stuttard von Fidelity Investments in den nächsten 12 Monaten finanzielle Hilfe von außen in Anspruch nehmen müssen. Beide Staaten werden im nächsten Jahr wahrscheinlich über Anleiheauktionen ins Straucheln geraten, so dass Europa offizielle Hilfen für sie bereitstellen muss, um die Währungsunion zusammen zu halten, erläuterte Stuttard, Leiter internationales Bond-Portfolio Management bei Fidelity in London.

Die zwei großen Volkswirtschaften Südeuropas sind zusammen mit 2,8 Billionen Euro verschuldet, was viermal so viel wie die Gesamtsumme von Griechenland, Portugal und Irland ist und die Krisenverteidigung Europas überfordern könnte. Ein Sicherheitsnetz für die beiden Länder könnte sogar die Kreditwürdigkeit Deutschlands beeinträchtigen - es sei denn, die Verantwortlichen ließen eine Beschleunigung der Inflation zu, um den realen Wert ihrer Schulden zu senken, oder eine schwächere Währung würde die Exporte anschieben, sagte Stuttard.

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Zweifel an der deutschen Bonität

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  • Was für ein Quatsch. Madrid zahlt überhaupt NICHTS.

    Denn Spanien ist schlicht und ergreifend PLEITE. >40% Jugendarbeitslosigkeit, Faule Kredite im hohen 3 stelligen Mrd.Bereich und Target 2 Salden von 350 Mrd.€.

    Der Boom der vergangenen Jahre wurde ausschliesslich über von der EU Subventionierte Immobilien ausgelöst. Der Markt steht vor jedoch vor dem völligen Kollaps.

    Die Spanier sammeln reales Geld ein und verkaufen Ihren wertlosen Schrott (Staatsanleihen an die EZB oder die Bundesbank). Die Bürger der BRD garantieren mit Ihrem heutigen Vermögen und Ihrer Arbeitskraft. Die Altersvorsorge wird sich durch währungsreform oder versteckte Inflation praktisch über Nacht in Luft auflösen.

    Welcher Privatmann würde ohne dt. Bürgen heute Spanien, Griechland, Zypern, Portugal, Italien, Frankreich usw. auch nur einen Euro leihen. Wohl KEINER

    Die Idee von Europa ist gescheitert. Der Euro verhindert für schächere Volkswirtschaften eine fiskalische Steuerung über die eigene Währung. Selbst die schlimmsten befürchtungen der Kritiker wurden zwischenzeitlich übertroffen. Jedem auch nur ansatzweise normal denken Mensch musste klar sein dass dieses Projekt scheitern muss und wird.
    Es ist nur zu hoffen dass das Ganze einigermaßen friedlich ablaufen wird. Zwischenzeitlich: allein mir fehlt der Glaube

  • Spanien will die Ergebnisse der externen Prüfung des spanischen Bankensektors durch Wirtschaftsprüfer heute um 17.30 Uhr veröffentlichen.
    vor 17 Min (12:49) - Echtzeitnachricht


    Noch an diesem Nachmittag erwartet die Euro-Zone den offiziellen Antrag Madrids auf Rettungshilfen für die spanischen Banken.

    Zuvor wollen die Beraterunternehmen Roland Berger und Oliver Wyman der Madrider Regierung ihren Prüfbericht über den Finanzbedarf der Geldhäuser vorlegen.

    In der vergangenen Woche hatte Madrid Hilfskredite in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro für den angeschlagenen Bankensektor des Landes akzeptiert.

    Spaniens Banken haben sich während eines jahrelangen Immobilienhypes mit Hypotheken verspekuliert – ähnlich wie die Institute in der US-Subprime-Krise. Nun sitzen die iberischen Finanzhäuser auf einem hohen Berg toxischer Kredite.

    Wie viel Geld der Staat letztlich zuschießen muss, ist noch unklar. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt den Bedarf auf 40 Mrd Euro und den Bedarf für eine umfassendere Rettung auf 80 Mrd Euro.

    Die spanische Notenbank hatte die Zahl der in Verzug geratenen Kredite Anfang der Woche gar auf 150 Mrd Euro beziffert.

    Die Gutachten der Beratungsunternehmen sollen nun herausstellen, wie viel von den in Rede stehenden 100 Mrd Euro an Rettungsgeldern tatsächlich für die Bankenrettung abgerufen werden müssen.

    Die spanischen Regionen sind mit 145 MRD Euro verschuldet, meldet soeben n-tv


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