Spanien und Portugal
Geringere Neuverschuldung geplant

Die beiden hoch verschuldeten Länder Portugal und Spanien möchten im nächsten Jahr weniger Schulden aufnehmen. Ob die guten Vorsätze halten, wird sich zeigen.
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HB MADRID. Gute Vorsätze fürs nächste Jahr. Die hoch verschuldeten Länder Spanien und Portugal wollen im nächsten Jahr den Kapitalmarkt weniger anzapfen als 2010. Spanien werde mittel- und langfristige Staatsanleihen im Volumen von 47,2 Milliarden Euro netto begeben, teilte das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Madrid mit. Im laufenden Jahr hatte sich das Land noch 62,1 Milliarden Euro geliehen - seit einigen Monaten hat sich die Refinanzierung aber wegen höherer Zinsaufschläge drastisch verteuert.

"Sparmaßnahmen, die die Regierung Mitte des Jahres in Kraft gesetzt hat, um die öffentlichen Finanzen zu konsolidieren, haben dazu geführt, dass der Finanzierungsbedarf geringer ausfällt als 2010", erklärte das Ministerium. Die Regierung in Madrid will mit einem harten Sparkurs ihren Schuldenberg in den Griff bekommen und Investoren davon überzeugen, dass Spanien nicht wie Griechenland oder Irland auf EU-Hilfen angewiesen ist.

Das Nachbarland Portugal steht ebenfalls wegen seines hohen Haushaltsdefizits im Fokus der Finanzmärkte und muss Anlegern höhere Renditen zahlen. Portugal muss sich im nächsten Jahr auf den internationalen Finanzmärkten mit bis zu 20 Milliarden Euro an frischem Kapital eindecken. Das teilte das portugiesische Institut für Finanzen und Schuldenverwaltung am Mittwoch mit. Im Gegenzug sollen im gleichen Wert Staatsanleihen ausgegeben werden. Termine für die Auktionen wurden nicht genannt. Im vergangenen Jahr lag die Neuverschuldung noch bei 22 Millionen Euro.

Das Land will 2011 über Staatsanleihen zwischen 18 bis 20 Milliarden Euro einsammeln nach 22 Milliarden Euro in diesem Jahr, wie die Finanzagentur IGCP erklärte. Ein Großteil der Emissionen soll im ersten Quartal über die Bühne gehen, die erste Auktion ist für den 5. Januar geplant. Nach Ansicht von Commerzbank-Experte David Schnautz wird es darauf ankommen, dass "sie die Investoren mobilisieren, um diese Anleihen verkaufen zu können". Portugal hat zuletzt versucht, das Vertrauen von Anlegern aus China, Brasilien und einigen Ländern aus dem Nahen Osten zu gewinnen.

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