Spanische Anleihen: Risikoaufschlag so gering wie lang nicht mehr

Spanische Anleihen
Risikoaufschlag so gering wie lang nicht mehr

Das Risiko scheint kein ernstzunehmendes Thema für spanische Anleihen mehr zu sein. Der Aufschlag zu US-Anleihen ist so gering wie seit 2007 nicht.
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Frankfurt2012 haben Investoren für fünfjährige spanische Anleihen einen Risikoaufschlag von satten sieben Prozentpunkten gegenüber US-Staatsanleihen mit gleicher Laufzeit verlangt. Zwei Jahre später scheint das Risiko futsch zu sein. Die Fremdkapitalkosten des Mittelmeerlandes sind sogar kurz davor, unter die Finanzierungskosten der USA zu sinken.

Der Risikoaufschlag beträgt derzeit 0,06 Prozentpunkte – so wenig wie seit Oktober 2007. Damals befanden sich die Anleihen zum letzten Mal auf Paritätsniveau. Der Renditeabstand hat sich verringert, seit EZB-Präsident Mario Draghi versprochen hat, den Euro gegen die Schuldenkrise zu verteidigen. Zudem wetten Investoren darauf, dass die USA bereits im nächsten Jahr die Zinsen erhöhen werden.

„Befürchtungen bezüglich eines Auseinanderfallens des Euroraums oder Zahlungsausfällen waren massiv überzogen“, sagt Owen Callan, Analyst bei Danske Bank A/S in Dublin. „Wir sehen nun die Korrektur und die Normalisierung des Problems.“

Die fünfjährigen spanischen Renditen waren am 25. Juli 2012 auf ein Euro-Ära-Hoch von 7,785 Prozent geklettert. Einen Tag später versprach Draghi, „alles Notwendige zu tun“, um den Euro zu schützen. Seitdem sind Anleger wieder an Märkte zurückgekehrt, die sie während der Schuldenkrise gemieden haben, was dazu beigetragen hat, die Rendite in der vergangenen Woche auf ein Rekordtief zu drücken. Die EZB wird heute ihren jüngsten Zinsentscheid verkünden.

In den USA sind die Fremdkapitalkosten gestiegen, da die Federal Reserve das Tempo ihres Bondkaufprogramms verlangsamt. In der Woche zum 21. März sind die Renditen von fünfjährigen US-Bonds um 17 Basispunkte geklettert, der größte Anstieg seit August. Notenbankchefin Janet Yellen hatte erklärt, dass die Notenbank beginnen könnte, etwa sechs Monate nach Ende der konjunkturellen Stützungsmaßnahmen den Leitzins zu erhöhen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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