Spanische Anleihen
Weniger Nachfrage trotz höherer Zinsen

Spanien zahlt höhere Zinsen für frisches Geld. Rendite für Anleihen bis 2014 liegt bei fast fünf Prozent. Die Wirtschaftsministerin klagt über den Druck der Märkte.
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Die Finanzierung am Kapitalmarkt wird für Spanien immer teurer. Das hoch verschuldete Land musste bei einer Anleihe-Auktion am Donnerstag höhere Zinsen als zuletzt zahlen. Insgesamt sammelte die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone 3,3 Milliarden Euro frisches Geld für die bis 2014 und 2015 laufenden Bonds ein. Die Nachfrage war etwas zögerlicher als erhofft. Spanien hatte angepeilt, bis zu 3,5 Milliarden Euro einzunehmen.

Die staatliche Finanzagentur kaufte mit der Emission von bis 2014 laufenden Anleihen 2,2 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Rendite lag mit 4,813 Prozent deutlich über dem Niveau der vorherigen Auktion mit 4,037 Prozent. Die Nachfrage der Investoren überstieg das Angebot um das 2,1-Fache. Zuletzt lag das Interesse noch 2,5-fach höher. Mit dem bis 2015 laufenden Bond nahm Spanien bei einer Durchschnittsrendite von 4,984 Prozent 1,1 Milliarden Euro ein. Die Nachfrage lag um das 2,4-Fache über dem Angebot. Der Bond wurde letztmals 2009 verkauft.

Spanien steht wie Italien derzeit im Fokus der Finanzmärkte. Viele Anhalter halten sich zurück, in ein Land zu investieren, das immer noch mit der Rezession und der höchsten Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone kämpft.

Spaniens Wirtschaftsministerin Elena Salgado hatte sich am Mittwochabend noch mit Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero getroffen, um über die Lage zu beraten. Nach dem Gespräch sagte Salgado, der Druck auf Spaniens Staatsschulden sei besorgniserregend, aber „ich würde die Situation nicht als sehr ernsthaft bezeichnen“. Salgado begründete ihre Einschätzung mit der Volatität der Märkte im handelsarmen Sommer, den wirtschaftlichen Problemen der USA sowie dem dortigen Schuldenstreit.

Auch Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte am Mittwochabend versucht, die Märkte zu beruhigen. Am Donnerstag plante er Gespräche mit den Gewerkschaften und Arbeitgebern, um breite Reformen voranzubringen und damit die Wettbewerbsfährigkeit der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone zu stärken. Seine Bemühungen zeigten erste Erfolge: Am Donnerstagmorgen waren die Renditen für zehnjährige italienische Anleihen rückläufig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Spanische Anleihen: Weniger Nachfrage trotz höherer Zinsen"

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  • Finger weg von Kipitalanlage in Spanien! Ganz pragmatisch - warum: Für derartige Anlagen kassiert der spansiche Staat eine -nicht anrechenbare Quellensteuer von 19 Prozent-, die vom Kapitalertrag abgezogen wird. Auf den abgezogenen Betrag dart der Privatanleger dann hier auch noch zusätzlich Kapitalertragssteuer plus Soli zahlen. Genau 24,01 Prozent des Ertrages sind erst einmal weg!!
    Theoretisch sind Anleger mit Wohnsitz außerhalb Spaniens von dieser Quellensteur befreit. Da kannst ruhig einen Antrag mit allen erforderlichen Unterlagen beim zuständigen spanischen Finanzamt stellen; dieser wird ignoriert oder "administratisch abgewürgt".Detailinfos siehe Internet.
    Bruno hat schon Lehrgeld bezahlt und hofft einen kostruktiven Beitrag geleistet zu haben.
    Dieses gilt übrigens auch für Kapitalanlagen in Italien!
    Fazit: Du verlierst hier richtig Geld!!

  • Richtig so, Salgadound Berlusconi, ein bisschen schwatzen und schwadronieren, und die Märkte haben verstanden, dass sie völlig falsch liegen. Jedes Quaken bringt bestimmt einen Punkt mehr bei den Bonds. Viel Glück und Helau!

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