Spanische Staatsanleihen: Vertrauen der Anleger kehrt zurück

Spanische Staatsanleihen
Vertrauen der Anleger kehrt zurück

Erstmals seit vier Jahren hat Spanien Staatsanleihen platziert. Die Nachfrage war enorm – und das erlaubte dem Schatzamt, sich hochkarätige Investoren herauszupicken. Fast zwei Drittel der Anleihen gingen ins Ausland.
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MadridDer Hunger nach langfristigen spanischen Staatsanleihen ist groß. Am Mittwoch platzierte das Schatzamt erstmals seit September 2009 eine neue 31-Jährigen Anleihe im Wert von vier Milliarden Euro. Die Nachfrage überstieg 10,6 Milliarden Euro, so dass die Spanier mehr als ursprünglich geplant aufnahmen. Wegen der guten Akzeptanz wurde auch der ursprünglich geplante Preis von 255 Basispunkten über dem Referenzindex (Midswap) leicht gesenkt auf 250 Basispunkte, was einer Rentabilität von 5,2 Prozent entsprach.

Es handelte sich um eine syndizierte Anleihe. Das heißt es gab keine Auktion, sondern Banken verkauften die Anleihen im Auftrag des Emittenten direkt und zu einem vereinbarten Preis an die Investoren. Das Finanzministerium in Madrid hatte die Banken Barclays, BBVA, BNP Paribas, CaixaBank, Citigroup und Santander mit der Platzierung der Anleihe beauftragt.

Die hohe Nachfrage habe es dem Schatzamt „erlaubt, die Emission an Investoren von sehr hoher  Qualität zu vergeben, zudem sind die Investoren sehr diversifiziert in Bezug auf die Art und Herkunft“, meldete das Wirtschaftsministerium. Mehr als 65 Prozent wurde unter ausländischen Anlegern platziert, die wiederum zu 28 Prozent aus Großbritannien stammten und zu zehn Prozent aus den USA. Deutsche Anleger stellten sechs Prozent.

Vom Typus der Anleger absorbierten die Versicherungen und Rentenfonds rund ein Drittel, ein knappes Drittel ging an Investment Fonds und knapp ein Viertel an Banken. „Das Schatzamt hat erneut gezeigt, dass es vollen Marktzugang zu nachhaltigen Zinsen auch in den langfristigeren Abschnitten der Zinskurve hat“, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Die Renditen auf spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt stiegen leicht im Zuge der Neuemission. Die zehnjährige Referenzanleihe rentiert derzeit bei 4,3 Prozent, gegenüber 4,2 Prozent am Vortag. Über die letzten Wochen betrachtet sind die Renditen aber in allen Laufzeiten stark gesunken. Der Aufschlag gegenüber vergleichbaren deutschen Papieren liegt nur noch bei etwas über 250 Basispunkten, rund 150 Basispunkte weniger als vor einem Jahr. Das Schatzamt nutzte die gute Stimmung aus und nahm bereits mehr als 90 Prozent des fürs Gesamtjahr vorgesehenen Finanzierungsbedarfs auf.

Die Aussicht auf ein Ende der Rezession schon im laufenden dritten Quartal, die politische Stabilisierung auch in Italien haben die Anleger positiv gestimmt. Allerdings bleibt das Land anfällig. „Der Exportsektor ist der einzige der wächst in Spanien, die restliche Wirtschaft hat bisher nur aufgehört zu schrumpfen“, weiß Javier Díaz-Giménez, Wirtschaftsprofessor an der spanischen Business School IESE. Das Land sei daher weiter anfällig, die Risikoprämien auf spanische Anleihen könnten jederzeit wieder hochschießen – zum Beispiel im Falle einer weiteren Zuspitzung im US-Haushaltsstreit, warnt der Ökonom von IESE.

 

Kommentare zu " Spanische Staatsanleihen: Vertrauen der Anleger kehrt zurück"

Alle Kommentare
  • Schön zu sehen, dass auch Sie sich nicht ver"rechnern" lassen.

  • Danke für den Hinweis.
    Dann verkaufe ich jetzt schnell.
    Steht jetzt bei 3,83 €/St.
    Ma muss halt mal Gewinne mitnehmen.

  • Was heißt das? Zubrot für die Banken. Oder kann das spanische Finanzamt das etwa nicht?
    HB
    "Das Finanzministerium in Madrid hatte die Banken Barclays, BBVA, BNP Paribas, CaixaBank, Citigroup und Santander mit der Platzierung der Anleihe beauftragt."

  • Der EURO ist eine Sch-währung, künstlich aufrechterhalten, durch Massenverblödung am Leben erhalten. Für mich gibt es zurzeit 4 gute Währungen: Kanadischer Dollar, australischer Dollar, norwegische Krone und schweizer Franken. Der Renmimbi ist noch nicht soweit. Alles andere ist SCH-. Zu den Aktien: Wenn am 15. Oktober in den USA keine Einigung erfolgt, dann redden wir noch einmal über ihre durch Geldschwemme aufgepumpten Superaktien.

  • Europa ist auf einem guten Weg...
    "Government debt-to-GDP ratio was 92.2% in the eurozone at the end of the first quarter of 2013, compared with 90.6% at the end of the fourth quarter of 2012. In the EU27, the ratio ratio increased from 85.2% to 85.9%. Compared with the first quarter of 2012, the government debt-to-GDP ratio rose in both the eurozone (from 88.2% to 92.2%) and the EU27 (from 83.3% to 85.9%), according to data released by Eurostat, on 22 July."
    Auf einem guten Weg jedes Quartal einen neuen Schuldenrekord aufzustellen. Ist schon klar wohin die Reise geht. Die "Kauefer" duerften wie immer die Zentralbanken sein. Entweder direkt oder auf Umweg ueber die Geschaeftsbanken um die wahre Herkunft des Gelds zu verschleiern.

  • "Interessant wäre, welche Investoren so dämlich sind, heute noch spanische Anleihen zu kaufen."

    lol, ich frage mich eher wer noch so dämlich ist, US-Anleihen zu kaufen.
    Ich habe mit italienischen und spanischen Anleihen bis jetzt gut verdient, und werde das weiterhin tun.
    Außerdem werde ich hier in der Bank tatsächlich als Kunde behandelt und nicht wie ein Idiot, was in D gang und gäbe war. Sehr wohltuend das Ganze, bald sind auch die von vor ein paar Jahren fällig, freu ich mich schon drauf.

  • Interessant wäre, welche Investoren so dämlich sind, heute noch spanische Anleihen zu kaufen.

  • Alles Quatsch.
    Der Euro ist die beste Währung der Welt.
    Spanien fängt an sich zu erholen.
    Die Börse nimmt das wie immer vorweg.
    Habe im Juni Caixabank für 2,38 €/St gekauft.
    Steht jetzt bei 3,695 €/St.
    Man muss halt Eier in der Hose haben.
    Ausländische Fonds kaufen derzeit im Paket Immobilien in Spanien.
    Also, es geht dort auwärts.

  • 'Observer' schwadroniert
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    Vertrauen der Anleger? Was meint der verfasser hier mit "Anleger"?
    [...]
    Sind es nicht die, welche nicht mehr in der Lage sind, ihr selbst angerichtetes Chaos auch nur im Ansatz zu erkennen?
    Sind es nicht die, welche jeglichen Ueberblick ueber das Geschehen total verloren haben?
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    Wie gut, daß wenigsten Sie noch den Überblick behalten haben.

  • Der Hunger nach langfristigen spanischen Staatsanleihen ist groß?

    Das Schatzamt stieß auf eine enorme Nachfrage?

    Etwa die Hälfte der Nachfrage kam von ausländischen Anlegern?

    Das KANN nicht sein.

    Das DARF nicht sein.

    Schließlich ist der Euro doch dem Untergang geweiht, und alle Südländer sind pleite.

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