Staatsanleihen
Am Bondmarkt wächst die Unsicherheit

An den internationalen Anleihemärkten wirkte zum Wochenschluss noch die Versteigerung der 30-jährigen US-Staatsanleihen nach. Das US-Schatzamt hatte erstmals seit 2001 Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren versteigert. Mit Blick auf die neue Handelswoche wuchs allerdings die Unsicherheit am Markt.

rp DÜSSELDORF. Das Schatzamt platzierte 14 Mrd. Dollar. Der richtungsweisende Bund-Future lag am Freitag zeitweise auf dem höchsten Stand seit zwei Wochen bei 120,83 Punkten. Mit Blick auf die neue Handelswoche wuchs allerdings die Unsicherheit am Markt. Der Bund-Future gab seine Gewinne wieder ab und endete bei 120,26 Punkten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,49 Prozent. In den USA erhöhte sich die Rendite der zehnjährigen Bonds auf 4,59 Prozent.

In dieser Woche steht neben dem ZEW-Index (Dienstag) vor allem der neue Präsident der amerikanischen Notenbank (Fed), Ben Bernanke, im Fokus der Rentenmärkte. Der Fed-Chef spricht am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses zur Geldpolitik und am Donnerstag vor dem Bankenausschuss des amerikanischen Senats. Von seinen Äußerungen erhoffen sich die Akteure an den Anleihemärkten Hinweise über den künftigen Kurs der Notenbank.

„Sollte Bernanke die Erwartung eines Anstiegs der Fed Funds Target Rate (Leitzinsen) auf fünf Prozent schüren, dürfte die Inversion der US-Renditestrukturkurve weiter zunehmen“, meint die WestLB mit Blick auf die Zinskurven der zweijährigen und der 30-jährigen amerikanischen Staatsanleihen. Die Anomalie, dass lang laufenden Zinspapiere weniger abwerfen als Kurzläufer, bezeichnen Experten als inverse Zinskurve. „Als Vorbote einer Rezession in den USA werten wir dies weiterhin nicht“, betont die WestLB. Eine inverse Renditekurve wird in der Regel als Hinweis auf eine Rezession gewertet. Marktteilnehmer erklärten die Umkehr der Zinskurve mit der hohen Nachfrage nach langlaufenden Anleihen.

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