Staatsanleihen
Anleger wollen den deutschen Dollar-Bond

Die zweite Anleihe der Bundesrepublik in der US-Währung ist kommt gut an: Mehr als 200 institutionelle Investoren haben Kaufangebote über etwa 11 Milliarden Dollar abgegeben. Mit der Dollar-Anleihe spart der Bund Zinskosten und gewinnt neue Anleger, die nun zum ersten Mal überhaupt Bundesanleihen gekauft haben.

Die zweite auf Dollar lautende Anleihe der Bundesrepublik Deutschland ist bei Investoren gut angekommen. Insgesamt gaben mehr als 200 institutionelle Investoren Kaufgebote über gut elf Mrd. Dollar ab. Die am späten Dienstag platzierte Anleihe hat ein Volumen von vier Mrd. Dollar. Fällig wird sie in drei Jahren.

Mit der Dollar-Anleihe spart der Bund Bund Zinskosten und hat neue Anleger gewonnen.

Viele der Käufer des neuen Dollar-Bonds hätten zuvor noch nie Anleihen des Bundes gekauft, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Finanzagentur, die für das Schuldenmanagement des Bundes verantwortlich ist. 43 Prozent der Investoren kamen aus Europa, 27 Prozent aus Asien, 21 Prozent aus den USA und neun Prozent aus dem Nahen Osten. Die größten Käufergruppen waren Zentralbanken und Öffentliche Institute, die 45 Prozent der Investoren stellen. Fondsmanager und private Banken erwarben 27 und 21 Prozent der deutschen Dollar-Anleihe.

Die erste Dollar-Anleihe hatte Deutschland vor mehr als vier Jahren begeben. Diese hatte ein Volumen von fünf Mrd. Dollar und eine Laufzeit von fünf Jahren. 49 Prozent der damalign Emission gingen nach Asien. Die Emission vor vier Jahren kam den Bund nach eigenen Angaben jährlich 5,8 Mio. Euro günstiger als die Platzierung einer fünfjährigen auf Euro lautenden Anleihe.

Die Konstellationen in den Zins- und Währungsmärkten sind nur selten so, dass Deutschland mit Dollar-Anleihen Geld sparen kann. Die Zins- und Währungsrisiken sichert der Bund bei Fremdwährungsanleihen über mehrere Schritte mit Banken ab.

Konsortialbanken der neuen deutschen Dollar-Anleihe sind Bank of America-Merrill Lynch, Citigroup, Deutsche Bank und HSBC. Sie statteten die Anleihe mit einem Zinsschein von 1,5 Prozent aus und begaben sie zum Ausgabekurs von 99,729 Prozent. Daraus errechnet sich eine Emissionsrendite von 1,587 Prozent. Im Vergleich zu dreijährigen Dollar-Anleihen der USA bot die Anleihe des Bundes einen Renditeaufschlag von 0,167 Prozentpunkten. Damit zahlte der Bund den geringsten Aufschlag im Vergleich zu allen anderen Emittenten, meinte die Finanzagentur.

Kornelius Purps, Zinsstratege bei Unicredit, schätzt, dass der Bund durch die Dollar-Emission im Vergleich zu einer Euro-Anleihe in etwa zehn Basispunkte pro Jahr spart. Bezogen auf das Emissionsvolumen von vier Mrd. Dollar (2,75 Mrd. Euro) bedeutet dies eine jährliche Ersparnis von etwa 2,75 Mio. Euro. Die Finanzagentur selbst meinte nur, dass sie sich zu "substanziell besseren Konditionen" als im Euro-Kapitalmarkt refinanzieren konnte.

Neue große auf Euro lautende Bundesbonds werden mit Laufzeiten von zwei, fünf, zehn oder 30 Jahren aufgelegt. Dreijährige Euro-Emissionen gibt es nicht.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%