Staatsanleihen
Bondmärkte warten auf Bernanke

Die Anleihezinsen sind weiter gestiegen. Ursächlich hierfür waren positive Konjunkturerwartungen und Ängste vor Leitzinserhöhungen dies- und jenseits des Atlantiks. Mit Spannung warten die Akteure darüber hinaus auf den ersten Auftritt des neuen Fed-Chefs Bernanke vor dem Finanzausschuss des Kongresses und dem Bankenausschuss des Senats.

FRANKFURT. „Bernanke dürfte vor allem ein Bekenntnis zur Preisstabilität ablegen“, sagt Scott J. Brown, Chefökonom der Investmentbank Raymond James. Für Unbehagen sorgte am Euro-Bondmarkt auch das große Volumen neuer Staatsanleihe-Emissionen.

Der März-Bund-Future wurde 25 Basispunkte niedriger bei 120,31 ermittelt. Die Rendite zehnjähriger Euro-Staatsanleihen, die sich konträr zu den Anleihekursen entwickelt, stieg zeitweise auf 3,5 Prozent, lag abends aber mit 3,48 Prozent in etwa auf Vortagesniveau. Obwohl in den USA keine Anzeichen einer Konjunkturabschwächung sichtbar sind, sehen einige Ökonomen bereits das Ende der Leitzinserhöhungen. Dabei wird auf die stark inverse Renditestrukturkurve in den USA hingewiesen, bei der kurzfristige Anleihen höhere Zinsen abwerfen als Langläufer. Eine solche Konstellation war bisher oft Vorbote einer rezessiven Entwicklung. Zweijährige US-Bonds rentierten gestern bei 4,68 Prozent – erneut deutlich über zehnjährigen Titeln, die 4,59 Prozent abwarfen. „Die Fed muss bei den Leitzinsen eventuell über die neutrale Zone hinausgehen“, sieht jedoch Scott Brown noch kein Ende der schärferen Geldpolitik. Als neutral gilt ein Leitzins zwischen 4,0 und 4,5 Prozent. Während in den USA weitere Leitzinserhöhungen möglich erscheinen, herrscht in Großbritannien Hoffnung auf eine Zinssenkung. „Der nächste Zinsschritt der Bank of England wird wieder nach unten gehen“, heißt es bei Henderson Global Investors.

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