Staatsanleihen
Bundesanleihen fallen nach Waffenruhe

Nach der Bekanntgabe eines Waffenstillstands in der Ostukraine haben Bundesanleihen am Mittwoch nachgegeben. Portugal hat unterdessen erstmals seit 2008 wieder 15-jährige Staatsanleihen erfolgreich platziert.
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FrankfurtBundesanleihen haben am Mittwochnachmittag leicht abgegeben. Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin sich mit seinem ukrainischen Gegenpart Petro Poroschenko auf eine dauerhafte Feuerpause in der Ostukraine verständigt. Eine Erklärung auf der Webseite des ukrainischen Präsidenten hatte den Waffenstillstand für die umkämpfte Donbas-Region bekanntgegeben.

Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zwei Basispunkte höher bei 0,961 Prozent. Am Terminmarkt verlor der Bund-Future um 22 Basispunkte auf 150,88 Prozent. Zwischenzeitlich hatten die Kontrakte ein Wochentief erreicht. Staatsanleihen aus Frankreich und den Niederlanden gaben ebenfalls ab.

„Die Nachrichten wurden positiv aufgefasst”, sagte Luca Cazzulani, leitender Stratege für Festverzinsliche bei der UniCredit SpA in Mailand. „Es gibt definitiv einige Erleichterung wegen den Neuigkeiten aber wir haben immer noch die EZB Sitzung vor uns.” Außerdem werde das schwache Makrobild einen Ausverkauf auch begrenzen.

Schon am Vortag standen Bunds und europäische Staatsanleihen unter Abgabedruck. Es waren Zweifel an möglichen Maßnahmen durch die Europäische Zentralbank auf ihrer Sitzung am Donnerstag aufgekommen.

Zur Zeit rechnen sechs Ökonomen für die EZB-Sitzung mit einer Senkung des Refinanzierungssatzes um zehn Basispunkte, wie eine Umfrage von Bloomberg News zeigte. Die übrigen 51 Volkswirte rechnen nicht mit einer Änderung der Leitzinsen.

Zehnjährige Anleihen aus Italien rentierten einen Basispunkt höher bei 2,46 Prozent. Spanische Bonds notierten ebenfalls einen Basispunkt höher bei 2,27 Prozent.

US-Treasuries fielen nach der Nachricht aus der Ukraine und rentierten zwei Basispunkte höher bei 2,44 Prozent.

Erstmals seit 2008 hat das sich langsam aus der Krise arbeitende Euro-Land Portugal wieder 15-jährige Staatsanleihen erfolgreich platziert. Bei der Auktion seien am Mittwoch 3,5 Milliarden Euro in die Staatskasse geflossen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Lusa. Das Einnahmeziel sei um 500 Millionen übertroffen worden. Der Zinssatz lag den Angaben zufolge bei 3,9 Prozent.

Steven Santos vom Brokerhaus XTB Portugal erklärte gegenüber Medien, die portugiesischen Anleihen stießen bei Investoren auf immer mehr Interesse. Die internationalen Ratingagenturen würden die Kreditwürdigkeit des Landes wohl schon bald anheben.

Portugal hatte erst vor dreieinhalb Monaten - rund drei Jahre nach Inanspruchnahme internationaler Finanzhilfe - den Euro-Rettungsschirm verlassen. Im April 2011 war das Land mit einem Hilfspaket in Höhe von 78 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt worden. Im Gegenzug verpflichtete sich Lissabon zu einem strengen Sparprogramm.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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