Staatsanleihen
Bundesbank warnt vor Rückkehr der Schuldenkrise

Dreht die US-Notenbank den Geldhahn zu, könnte das in Europa gravierende Folgen haben, warnt Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel. Trotz kleiner Fortschritte der Euro-Staaten ist die Ansteckungsgefahr noch nicht gebannt.
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FrankfurtDie Deutsche Bundesbank hat vor einem Wiederaufflammen der Euro-Staatsschuldenkrise gewarnt. „Obwohl es derzeit in einigen europäischen Ländern kleine Verbesserungen beim Wirtschaftswachstum gibt, besteht das Risiko neuer Verwerfungen am Markt für Staatsanleihen noch immer“, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel am Donnerstag auf einer Konferenz in Frankfurt.

Das Wachstum sei weiter gering, und die Reformen in den Krisenländern würden nur langsam umgesetzt. Auch die erwartete Drosselung der expansiven Geldpolitik in den USA könne zu Problemen auf europäischen Märkten führen.

Kritisch sieht Nagel, dass europäische Geschäftsbanken oft nur in Anleihen ihrer Heimatländer investieren würden. „Das verstärkt die Abhängigkeit zwischen Staaten und heimischer Finanzwirtschaft“, sagte der Notenbanker. Dieser Trend hin zur Renationalisierung berge enorme Ansteckungsrisiken und müsse genau beobachtet werden.

Nagel schlug vor, dass Banken einzelnen Ländern nur bis zu einem bestimmten Umfang Kredite geben dürfen sollten, um ihre Anhängigkeiten von einzelnen Schuldnern zu begrenzen. Mittelfristig müssten Staatsanleihen bei der Risikobewertung genauso behandelt werden wie Unternehmensanleihen: „Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass Staatsanleihen keine risikofreie Anlage sind.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Staatsanleihen: Bundesbank warnt vor Rückkehr der Schuldenkrise"

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  • Warum schenkt man nicht mal den Eurokritikern, zumeist ausgewiesene Fachleute, nicht mal Gehör?

    http://www.youtube.com/watch?v=bEo4A6fp-LE

  • @Rechner
    Sie outen sich durch Ihre Beiträge als Auftragschreiber der Bundesregierung. Bitte bleiben Sie diesem Forum fern.

  • @Rechner

    "In welcher Währung?"

    In EUR, lange Zeit vor dem Absturz -> wegen EUR.

    "Nachweis?"

    Ach Rechner, Ihre Versuche, die Aussagen anderer zu diffamieren, indem Sie ihnen den fehlenden nachweis unterstellen, ist albern. Seien Sie versichert, ich belüge Sie nicht. Ich führe im gegensatz zu Ihnen aber keine Statistiken und Internetverzeichnisse. Da sind Sie als Rentner klar im Vorteil ;-)
    Aber suchen Sie einfach im Internet nu dem Thema. Sie werden sicher fündig, incl. Bildern mit Schlangen vor den (wenigen) Filialen -> wegen Internetbanken.
    Oder suchen Sie nach Festgeldkonditionen aus 2005 bis 2008. Da dürften Sie auch fündig werden. Diese Rennlisten für Doofe, z.B. von Finanztest und solchen Doofblättchen, wurden und werden ja ständig veröffentlicht....

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