Staatsanleihen
Die Angst um die Krisenländer kehrt zurück

An den Märkten geht die Sorge vor einem Wiederaufflammen der Schuldenkrise um. Das betrifft besonders die Staatsanleihen. Die Risikoaufschläge nehmen neue Dimensionen an. Und neue Anleihen müssen Krisenstaaten wie Portugal teuer bezahlen.
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FRANKFURT. Die Lage für die europäischen Schuldenstaaten spitzt sich wieder zu. Im Fokus stehen dabei aktuell Portugal und Irland. Die Risikoprämien für zehnjährige Anleihen beider Länder stiegen gestern den zweiten Tag in Folge auf neue Rekordstände.

Für zehnjährige portugiesische Anleihen verlangten Investoren bis zu 3,8 Prozentpunkte und für zehnjährige irische Bonds 3,6 Prozentpunkte mehr als für die gestern wieder sehr gefragten deutschen Bundesanleihen. Viele Marktteilnehmer sind angesichts des maroden Bankensystems in Irland beunruhigt. Sie fürchten zudem Belastungen anderer europäischer Banken, die allesamt mit ihren Heimatstaaten eng verflochten sind. Für Aufregung sorgten gestern auch Nachrichten über die Anglo Irish Bank, denen zufolge das Institut aufgespalten wird.

Krisenländer stehen im Fokus

"Die Angst um die Krisenländer ist wieder in den Fokus der Anleger gerückt“, sagt Padhraic Garvey, Zinsstratege bei der niederländischen Großbank ING. Und Investoren wie Frances Hudson von Standard Life Investments sagen: „Man muss ein Adrenalin-Junkie sein, um an den Randländern im Euro-Raum richtig aktiv zu sein“.

Diese brisante Stimmung war eine schlechte Voraussetzung für das Land Portugal, das für den gestrigen Tag neue Anleihen über 750 Mio. bis 1,25 Mrd. Euro angekündigt hatte. Trotzdem gelang die Zitterpartie, wenn auch zu hohen Kosten. Die Regierung in Lissabon stockte die zehnjährige Anleihe mit einer durchschnittlichen Rendite von 5,97 Prozent um 378 Mio. Euro und die dreijährige zu 4,09 Prozent um 661 Mio. Euro auf. Dabei lagen die Renditen um fast 0,7 und 0,5 Prozentpunkte höher als bei den vorigen Auktionen.

Immerhin war die Nachfrage angesichts dieser hohen Aufschläge doch recht hoch. „Die gute Nachricht ist, dass Portugal mehr als eine Mrd. Euro bekommen hat, auch wenn es Zugeständnisse bei den Preisen gab“, meint Garvey. Immerhin sei Portugal mit seiner Refinanzierung für dieses Jahr jetzt zu 85 Prozent durch. Nach der Auktion in Lissabon sanken die Risikoaufschläge der portugiesischen Bonds.

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